Verletzte katholische Kirche Meldepflicht?

Focus-online berichtet am 11.03.2010:

Wappen des Freistaats Bayern

„Die Bayerische Staatsregierung wirft der katholischen Kirche vor, in der Vergangenheit die Meldepflicht von Missbrausfällen „bewusst unterlaufen“ zu haben. Derweil wurden neue Fälle von sexuellen Übergriffen bekannt.“

Zwar mag niemand als Bürger verpflichtet sein, einen anderen zu denunzieren: Anders sieht dies allerdings aus, wenn die Kirche als Träger einer Schule fungiert und in diesem Zusammenhang der Schulaufsicht meldepflichtig ist. Welche Sonderrechte hat sich die Kirche noch heraus genommen?

Im Fous gab es bereits Ende Februar ein interessantes Interview:

„Die Theologin Uta Ranke-Heinemann erklärt im Interview mit FOCUS-Redakteur Matthias Kietzmann, wie die katholische Kirche die Justiz bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals behindert.“

In dem am 18.02.2010 veröffentlichten Interview sagte sie unter anderem:

Papst Benedetto CXVI, Urheber des Bildes: Fabio Pozzebom, Lizenz im Fuß des Artikels

„Nun, er hat eines von zwei Geheimschreiben verfasst, die jeder Bischof in seinem Tresor liegen hat. Das erste stammt von Kardinal Ottaviani von 1962 und heißt: „Crimen Sollicitationis“ (Verführung zu sexuellen Handlungen). Das zweite stammt von Kardinal Ratzinger aus dem Jahr 2001 und heißt: „De delictis gravioribus“ (Von den schwersten Verbrechen). Beide Geheimschreiben betonen die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“ in Pädophiliefällen. Gleichzeitig werden alle Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Missbrauchsfälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden, was zu einer totalen Justizbehinderung für die staatlichen Gerichte führt.“ (Hervorhebung vom Blog)

Papst-Bild-Lizenz: Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.5 Brasilien lizenziert. Dieses Foto wurde von der Agência Brasil, einer öffentlichen brasilianischen Nachrichtenagentur, erstellt. Deren Webseite besagt: „O conteúdo deste site é publicado sob a licença Creative Commons Atribuição 2.5 Brasil Quelle: Wikipedia

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Katholische Kirche beleidigt

Weil die Bundesministerin der Justiz Leutheusser-Schnarrenberger nicht nach ihrer Pfeife tanzt, dreiste Ultimaten vom Katholenführer Zollitsch einfach verstreichen lässt und auch keine Anstalten macht, den Gleichheitsgrundsatz zu verletzen – etwa eine kostenlose Imagekampagne für den Aberglauben zu betreiben – ist die Kirche nun beleidigt:

„Die Welt“ berichtet am 10.03.2010: „… fordert Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bilaterale Gespräche mit der katholischen Kirche. Dabei soll es vor allem um die juristische Aufarbeitung gehen. Die katholische Kirche lehnt dies entschieden ab.“

Das heißt im Detail folgendes:

1. Die Kirche will nach Möglichkeit weitere Vorwürfe unter dem Teppich halten und über das kriminelle und rechtswidrige Verhalten ihrer Mitarbeiter möglichst nicht sprechen

„Anette Scharan, reden bis sie nichts mehr wissen“ von Armatus Liandri

2. Eine Imagekampagne muss her: Hierfür haben sich willigere Ministerinnen bei der Christlichen Partei gefunden, Frau Schröder (ehemals Köhler) und Anette Scharan. Beide sollen jetzt am „Runden Tisch“ die Thematik so lange breit treten, bis es keiner mehr hören kann. Der Vorteil: Die Kirche erweckt den Eindruck, dass sie freiwillig an der Aufklärung mitwirkt, obwohl sie angesichts der gegenwärtigen Lage ohne größeren Imageschaden nicht mehr anders kann. Andererseits hat dies den Vorteil, dass die danach auftauchenden weiteren

Vorwürfe nur noch wenig Interesse finden: Zum einen, weil das Thema dann niemand mehr hören kann, andererseits weil ja bereits aufgeklärt wurde und sich dann jeder fragt, warum sich denn die Missbrauchten nicht gleich auf dem Präsentierteller der Presse und den Talkshows ans Messer geliefert haben. Anette Scharan machte bereits am Sonntag in einem Fernsehinterview deutlich, dass es (ihr) vorrangig darum gehe, das Vertrauen in die Kirche wieder herzustellen… Scharan hat selbst katholische Theologie studiert und war Geschäftsführerin des katholischen Cuasnuswserks.

3. Es kommen bestenfalls kosmetische Erfolge dabei heraus: Die immer wieder weltweit bei der katholischen Kirche auftretenden Missbrauchsfälle werden nicht tangiert werden, das heißt man mutet dem alten Papst nicht zu, noch einmal umzudenken oder seine erzreaktionären Kernanhänger zu verschrecken, das heißt eine akzeptable Haltung der Kirche zur Sexualität und ein Abweichen von ihren abnormen verwerflichen Sex-Vorschriften für ihre Vereinsmitglieder und Beschäftigten kommt nicht in Betracht.

4. Der Runde Tisch kann genutzt werden, wieder einmal alle weltanschaulich Andersdenkenden zu diskriminieren, indem man diese gar nicht erst am Tisch platz nehmen lässt: Es sei denn, sie wurden missbraucht, dann geht es ja nicht anders. Üben sie Kritik an der Kirche als solcher, wird man schon einen Grund finden, andere Personen einzuladen. Dann kann der runde Tisch auch gut als Propagandaplattform für den Aberglauben und die verkorkste Sexualmoral unter staatlicher Werbung genutzt werden. Die nicht kirchenwerberische Justizministerin lässt man in diesem Zusammenhang lieber erst gar nicht an dem Treffen teilnehmen: Wohlmöglich werden dann noch die Opferinteressen in objektiver unparteiischer Form eingebracht…

Fazit: Der Runde Tisch wird auf einem runden Teppich stehen, unter den viel passt und auf dem es sich gut leben lässt.

Bildlizenz: Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland Urheber: Thomas Riehle, Quelle: Wikipedia, diese von http://www.arturimages.com

Aufklärung des Missbrauchs

Bildlizenzen im Fuß des Artikels

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat der katholischen Kirche vorgeworfen, die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu behindern, da diese noch immer der päpstlichen Geheimhaltung unterlägen, berichtet die FAZ.

Zuletzt hatte die katholische Kirche durch ihren Sprecher Erzbischof Zollitsch die Bundesministerin der Justiz durch ein Ultimatum in die Knie zu zwingen versucht – erfolglos.

Bildungsministerin Anette Schavan bekundete gestern in Berlin direkt, das Vertrauensverhältnis zur katholischen Kirche müsse jetzt wieder hergestellt werden: Das ist nun aber wieder auch nicht richtig!

Die Missbrauchsfälle zeigen vielmehr, das Eltern eine erhöhte Wachsamkeit haben sollten insbesondere beim Umgang der Kinder mit Erwachsenen, die generell einen erhöhten Vertrauensvorschuss genießen. Ein solcher genereller Vertrauensvorschuss kraft Amtes ist vielmehr völlig unangebracht.

Kommentar zur Missbrauchsproblematik beim HPD: „Die guten Hirten

Lizenzen zur Bilddatei: Diese Datei wurde unter den Bedingungen der „Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen“-Lizenz, in den Versionen 1.0, 2.0, 2.5 und 3.0 veröffentlicht sowie unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Urheber: Wikipedia-Nutzer Akriesch.

Islamkritik und Fremdenhass

„Wir müssen wieder mehr über Religion diskutieren, statt in einen abstrakten Wald- und Wiesenatheismus zu verfallen. Eine Kritik des Islam darf nicht Fremdenhassern überlassen werden.“

Ein lesenswerter Artikel bei „Die Presse“ mit guten Gedanken, von Stephan Grigat.

Moderater Islam

Kann es einen moderaten Islam geben?

Innenexperte der SPD Dieter Wiefelspütz sagte lt. Frankfurter Rundschau: „Ich wünsche mir einen aufgeklärten Islam, aber mit Zwang ist das nicht zu erreichen.“

Stern und Mondsichel: Symbol vieler islamischer Staaten

Die Mohammedaner legen Wert darauf, dass der Koran quasi direkt von Allah dem Mohammed diktiert wurde – und dass dieser im Gegensatz zur Bibel nicht verfälscht wurde und auch nicht durch weitere Propheten als überholt angesehen werden kann. Dies wird sogar im fünfmaligen täglichen Gebet ausdrücklich wiederholt. Wenn man jetzt sagt, dass der Koran nicht wörtlich zu verstehen ist, sondern ausgelegt werden muss – wohlmöglich noch sinnbildlich – so unterstellt man damit, dass Allah sich nicht korrekt ausdrücken konnte oder Mohammed nicht korrekt aufgeschrieben hat, was Allah ihm einflüsterte. Dementsprechend stehen die meisten Moslems auch jeder Übersetzung des Korans aus dem arabischen skeptisch gegenüber, weil Übersetzung die Gefahr von Verfälschungen insich birgt. Es gehört daher zu den zentralen Glaubenssätzen des Islam, dass der Koran Allahs Worte sind und dies durch Mohammet bezeugt wird und beides die Wahrheit ist. Im Sinne dawkinscher Memtheorie dient dies dem Erhalt des Islam in seiner ursprünglichen Form, so dass es keinen radikalen oder moderaten Islam geben kann.

Lediglich hinsichtlich der außerhalb des Korans angelegten Bräuche und Regelungen gibt es Differenzen.

Ein Aufgeklärter Islam kommt damit einer Abschaffung des Islam in seiner eigentlichen Form gleich.

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