Katholische Kirche beleidigt

Weil die Bundesministerin der Justiz Leutheusser-Schnarrenberger nicht nach ihrer Pfeife tanzt, dreiste Ultimaten vom Katholenführer Zollitsch einfach verstreichen lässt und auch keine Anstalten macht, den Gleichheitsgrundsatz zu verletzen – etwa eine kostenlose Imagekampagne für den Aberglauben zu betreiben – ist die Kirche nun beleidigt:

„Die Welt“ berichtet am 10.03.2010: „… fordert Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bilaterale Gespräche mit der katholischen Kirche. Dabei soll es vor allem um die juristische Aufarbeitung gehen. Die katholische Kirche lehnt dies entschieden ab.“

Das heißt im Detail folgendes:

1. Die Kirche will nach Möglichkeit weitere Vorwürfe unter dem Teppich halten und über das kriminelle und rechtswidrige Verhalten ihrer Mitarbeiter möglichst nicht sprechen

„Anette Scharan, reden bis sie nichts mehr wissen“ von Armatus Liandri

2. Eine Imagekampagne muss her: Hierfür haben sich willigere Ministerinnen bei der Christlichen Partei gefunden, Frau Schröder (ehemals Köhler) und Anette Scharan. Beide sollen jetzt am „Runden Tisch“ die Thematik so lange breit treten, bis es keiner mehr hören kann. Der Vorteil: Die Kirche erweckt den Eindruck, dass sie freiwillig an der Aufklärung mitwirkt, obwohl sie angesichts der gegenwärtigen Lage ohne größeren Imageschaden nicht mehr anders kann. Andererseits hat dies den Vorteil, dass die danach auftauchenden weiteren

Vorwürfe nur noch wenig Interesse finden: Zum einen, weil das Thema dann niemand mehr hören kann, andererseits weil ja bereits aufgeklärt wurde und sich dann jeder fragt, warum sich denn die Missbrauchten nicht gleich auf dem Präsentierteller der Presse und den Talkshows ans Messer geliefert haben. Anette Scharan machte bereits am Sonntag in einem Fernsehinterview deutlich, dass es (ihr) vorrangig darum gehe, das Vertrauen in die Kirche wieder herzustellen… Scharan hat selbst katholische Theologie studiert und war Geschäftsführerin des katholischen Cuasnuswserks.

3. Es kommen bestenfalls kosmetische Erfolge dabei heraus: Die immer wieder weltweit bei der katholischen Kirche auftretenden Missbrauchsfälle werden nicht tangiert werden, das heißt man mutet dem alten Papst nicht zu, noch einmal umzudenken oder seine erzreaktionären Kernanhänger zu verschrecken, das heißt eine akzeptable Haltung der Kirche zur Sexualität und ein Abweichen von ihren abnormen verwerflichen Sex-Vorschriften für ihre Vereinsmitglieder und Beschäftigten kommt nicht in Betracht.

4. Der Runde Tisch kann genutzt werden, wieder einmal alle weltanschaulich Andersdenkenden zu diskriminieren, indem man diese gar nicht erst am Tisch platz nehmen lässt: Es sei denn, sie wurden missbraucht, dann geht es ja nicht anders. Üben sie Kritik an der Kirche als solcher, wird man schon einen Grund finden, andere Personen einzuladen. Dann kann der runde Tisch auch gut als Propagandaplattform für den Aberglauben und die verkorkste Sexualmoral unter staatlicher Werbung genutzt werden. Die nicht kirchenwerberische Justizministerin lässt man in diesem Zusammenhang lieber erst gar nicht an dem Treffen teilnehmen: Wohlmöglich werden dann noch die Opferinteressen in objektiver unparteiischer Form eingebracht…

Fazit: Der Runde Tisch wird auf einem runden Teppich stehen, unter den viel passt und auf dem es sich gut leben lässt.

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Aufklärung des Missbrauchs

Bildlizenzen im Fuß des Artikels

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat der katholischen Kirche vorgeworfen, die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu behindern, da diese noch immer der päpstlichen Geheimhaltung unterlägen, berichtet die FAZ.

Zuletzt hatte die katholische Kirche durch ihren Sprecher Erzbischof Zollitsch die Bundesministerin der Justiz durch ein Ultimatum in die Knie zu zwingen versucht – erfolglos.

Bildungsministerin Anette Schavan bekundete gestern in Berlin direkt, das Vertrauensverhältnis zur katholischen Kirche müsse jetzt wieder hergestellt werden: Das ist nun aber wieder auch nicht richtig!

Die Missbrauchsfälle zeigen vielmehr, das Eltern eine erhöhte Wachsamkeit haben sollten insbesondere beim Umgang der Kinder mit Erwachsenen, die generell einen erhöhten Vertrauensvorschuss genießen. Ein solcher genereller Vertrauensvorschuss kraft Amtes ist vielmehr völlig unangebracht.

Kommentar zur Missbrauchsproblematik beim HPD: „Die guten Hirten

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Bundesjustizministerin widerruft nicht!

Bundesjustizministerin Leuheusser-Schnarrenberger, Bildlizenzen im Fuß des Artikels

Der Versuch des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Zollitsch,  Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger durch einen Einschüchterungsversuch mundtod zu machen, ist gescheitert:

Der Gottesmann hatte der Ministerin ein 24-Stunden Ultimatum gesetzt, ihre Kritik am Umgang der Kirche mit den Sex-Skandalen zu widerrufen. Die Ministerin bleibt jedoch dabei, dass die Kirche nicht genügend mit der Strafverfolgung zusammen arbeitet. Der Bischof, der sich der Lage der Kirche offensichtlich nicht bewusst ist, lehnte sich zu weit aus dem Fenster, indem er der Bundesministerin auch noch den Ton vorschreiben wollte, diese habe „maßlos gegen die katholische Kirche“ polemisiert. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich das angriffslustige Verhalten der Kirche allerdings bloß als weiteres verzweifeltes Ablenkungsmannöver, das verschleieren soll, dass der Kirche die Kontrolle über die Debatte endglitten ist und dass diese zu einer angemessenen Stellungnahme völlig unfähig ist:

Vorstandssprecher der gbs Dr. Schmidt-Salomon bezeichnete das Ultimatum indessen als „schamlos“ (hpd) und warf Zollitsch vor,  „die Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen herunterzuspielen.

Zollitsch hatte behauptet, die Missbrauchszahlen seien in Familien 36 mal höher… (nach dem Motto: andere machen das doch auch?)  hierzu Schmidt-Salomon:

Man sollte in diesem Zusammenhang wissen, dass der bischöfliche Vergleich nicht auf einer seriösen, wissenschaftlichen Untersuchung beruht, sondern auf einer tendenziösen Meldung des Domradios. Dort wurden die 94 kircheninternen Missbrauchsfälle, über die ‚Der Spiegel’ vor kurzem berichtete, einfach mit der Gesamtstatistik der polizeilich erfassten Missbrauchsfälle verrechnet. Abgesehen davon, dass die zugrunde liegende Datenlage höchst problematisch ist, führt ein solcher Vergleich schon allein deshalb zu verzerrten Ergebnissen, weil viele Kirchenbedienstete im Unterschied zur Gesamtbevölkerung keinen regelmäßigen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben.

Schmidt-Salomon weiter:

Dadurch [Anmerkung: den richtigen statistischen Vergleich] wäre sofort sichtbar geworden, dass die Kirche sehr wohl mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat! Denn über Jahrzehnte hinweg war das Risiko sexueller Gewalterfahrungen für Kinder und Jugendliche, die in christlichen Heimen lebten, um ein Vielfaches höher als das Risiko derer, die in Familien aufwuchsen!“

Ob die katholische Kirche sich auch noch in einem Gerichtsverfahren gegen die Ministerin selbst vorführen will, bleibt abzuwarten. Dies wäre jedenfalls ein guter Anlass für die Öffentlichkeit, sich mit den Verhältnissen innerhalb der katholischen Kirche näher zu befassen.

Die Süddeutsche bringt die Relation Kirche-Staat folgendermaßen auf den Punkt (24.02.2010): „… Richtig ist, dass der Staat sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Kirchen einmischen darf. Ebenso richtig ist aber auch, dass es sich bei Sexualdelikten nicht um innere Angelegenheiten handelt. Die Kirchen und ihre Angehörigen sind den staatlichen Strafgesetzen unterworfen. In dieser Hinsicht sind die Menschen nicht katholisch, nicht evangelisch, nicht muslimisch – sondern gleich. …“

Indes dürfte klar sein, dass der Springer-Presse (Bild, Welt) der Vorfall mit dem Käßmann-Rücktritt recht gelegen kam: Einerseits ist die Bundesjustizministerin dort als Bürgerrechtlerin verhasst, andererseits wäre offenkundig geworden, dass die katholische Kirche zurück treten sollte. Liebe Katholiken, man kann auch aus oder übertreten, wenn man nicht jeden Unfug unterstützen will! Jetzt ist ein guter Zeitpunkt.

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Das entstellte Gesicht der Kirche

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In den Streit zwischen Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und einem Würdenträger des katholischen Aberglaubensvereins namens katholischer Kirche Zollitsch schaltet sich nun der HPD ein.

Der hpd berichtet heute:

Zollitsch nannte die Äußerungen “undifferenziert und emotional”. Er erwarte, dass Leutheusser-Schnarrenberger sie innerhalb von 24 Stunden zurücknehme. [sueddeutsche.de] Aus Kreisen der in Freiburg tagenden Vollversammlung der katholischen Bischöfe hieß es dazu, die Fristsetzung sei ein notwendiger Schritt, um eventuell mit einer Unterlassungsklage dafür zu sorgen, dass die Ministerin ihre Behauptungen aus dem Tagesthemen-Interview vom Montagabend nicht mehr wiederhole. [domradio.de]

Nun wirft Herr Matthias Krause beim HPD dem Vertreter des Übernatürlichen seinerseits wahrheitswidrige Aussagen vor:

Zollitsch kritisierte die Ministerin scharf, weil diese der Kirche wahrheitswidrig vorhalte, bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen nicht mit der staatlichen Justiz zusammenzuarbeiten. “Die Ministerin behauptet, bisher habe sie nicht den Eindruck, dass die Verantwortlichen der katholischen Kirche auch nur beim Verdacht auf sexuellen Missbrauchs konstruktiv mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten wollten”, so Zollitsch. Dies sei rundweg falsch. Auch gebe es seit mehreren Jahren kirchliche Leitlinien, die eine Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft vorsähen. [kath.net]

Es ist allerdings Zollitsch, der hier die Unwahrheit sagt. In dem entscheidenden Satz der bischöflichen Leitlinien heißt es nämlich: In erwiesenen Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigten zur Selbstanzeige geraten und ggf. das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht.

Mit anderen Worten: Solange es sich nur um einen unbewiesenen Verdacht handelt, wird die Staatsanwaltschaft nicht informiert – anders macht der Hinweis auf die Selbstanzeige keinen Sinn.

Wie weit welche Vorwürfe zutreffen, kann zur Zeit mangels Überprüfung der jeweiligen Quellen noch nicht gesagt werden.

Das Verhalten der Katholiken ist allerdings nicht neu, nach Möglichkeit nicht hinsehen zu wollen, die Probleme kleinzureden und bestenfalls Gegenangriffe zu starten. So werden die Wirkungen des Zölibats herabgespielt und vertuscht, die Zusammenhänge verdrängt, und Kritiker im Zusammenhang mit Kinderschändung durch Geistliche juristisch angegriffen, statt sich den Menschenrechtsverletzungen in adäquater Weise zu stellen. Die Kirche zieht alle Register der Propaganda.

Selbstverständlich stellt die Religionsgesellschaft katholische Kirche mit ihren aberglaubensbasierten Sexvorschriften für Arbeitnehmer einen Sonderfall dar, auch durch die sich daraus ergebende Zusammensetzung ihrer Arbeitnehmer: So sollen nach internen Schätzungen der Kirche 20% der Priester homosexuell sein und ein nicht unerheblicher Teil auf Kinder fixiert sein (pädosexuell), genaue Statistiken liegen nicht vor.

Der Kirche gelingt es nicht im Ansatz, ihre abnormen Sexuallehren – die mit der Bibel rein gar nichts zu tun haben – und ihr annormales Verhältnis zum Körper aufzuarbeiten.

Die katholische Kirche zeigt gegenwärtig ihr abstoßendes entstelltes Gesicht einer aggressiven Organisation weit jenseits der menschlichen Normalität.

Die Bilddatei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation sowie Creative CommonsNamensnennung- Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported veröffentlicht, Urheber: Schwarzwälder, Quelle: Wikipedia , Die Leichenfüße des Wiedergängers Hintergrund wurden farblich hervorgehoben.