Gedächtnisschwund heilbar? Mixas Erinnerungsvermögen kommt zurück

Die Süddeutsche berichtet:

„Das Grauen“ von Armatus Liandri

„Der Augsburger Bischof Walter Mixa schließt nicht länger aus, dass er in seiner Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer Kinder geschlagen hat. „Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watschn von vor 20 oder 30 Jahren natürlich nicht ausschließen kann“, sagte Mixa am Freitag der Bild am Sonntag.“

Vielleicht tut er ja jetzt nur so und in Wirklichkeit kann er sich doch gar nicht mehr erinnern. An diese vielen Kinder. Wo es doch so lange her ist. Fakt ist, dass hier zunächst einmal die Opfer quasi als Lügner und Verleumder hingestellt wurden. Der Umgang des Bischofs mit seinen Mitmenschen ist in diesem Kontext unter aller Sau, jeder Rest an Glaubwürdigkeit dahin, die Kirche als Instanz der Unmoral, die sich selbst über das letzte Minimum an Anstand noch hinweg setzt.

Es scheint so, als konnte man als Pfarrer in Bayern damals schalten und walten wie man will, andere wehrlose Menschen angreifen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, weil den Opfern ohnehin keiner geglaubt hätte. Und überhaupt: Wer glaubt schon einem Heimkind, das einen Pfarrer beschuldigt. Wo kämen wir da hin.

Ergänzung:

Der Blog „Buchstaeblich seltsam“ zitiert Mixas Aussage vom 04.04.2010:

„Ein Priester muss gewaltlos sein“, sagte er. „Daran habe ich mich immer gehalten.“ Auf die Frage, ob körperliche Gewalt ein Erziehungsmittel sei, antwortete Mixa. „Ein klares Nein“.

Mixa hat nach eigenem Bekunden keinerlei Verständnis dafür, wenn einem Erzieher mal die Hand ausrutscht: „Dann hat er nach heutiger Erkenntnis einen erzieherischen Fehler begangen. Uns werden junge Menschen anvertraut. Wir müssen ethische Werte mit Behutsamkeit vermitteln, nicht mit Angst.“ (ursprüngliche Quelle wohl Spiegel Panorama).

Da kommt einem doch die Galle hoch! Tut noch selbst wie das Unschuldslamm…

-> ein weiteres Blog berichtet: Roman Möller Online Blog

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Prügel im Namen des Aberglaubens

Die Zeit schreibt am 08.04.2010:

(…) »Gut ist, was ich glaube, was gut ist«, postulierte Pater Max. Wer gegen diese Prämisse verstieß, wurde mit Wutausbrüchen und Schlägen auf den rechten Weg gebracht. Nachdem sich beim Mittagessen ein Schulkamerad zu viel Soße gegönnt hatte, wurde er von Pater Max geohrfeigt. Wenn wir uns seiner Meinung nach zu viel auf den Teller geschöpft hatten, ließ er uns bis spät in die Nacht im Speisesaal sitzen. Eine Maßnahme, die dem Credo des Heimleiters folgte: »Mit Religion erziehen und formen.« Geformt wurde von dem Pater und den Erziehern mit einprägsamen Methoden: Stecknadelpikser in den Hintern, Schläge ins Gesicht, Ziehen an den Ohren oder Kniebeugen. Einer der Pädagogen hatte eine ganz spezielle Methode entwickelt. Die Delinquenten hatten mit dem Rücken zur Wand und den Knien im rechten Winkel so lange auszuharren, bis sie vor Schmerzen zusammenbrachen. (…)

Zustände wie vor  150 Jahren.

Und das alles, um den eigenen Aberglauben zu verbreiten.

Missbrauchskonferenz im Vatikan„staat“

Petersdom im Vatikan

Bischöfe aus Irland sind zu einem Krisentreffen im Vatikan eingetroffen, um den Umgang mit dem vermehrt aufgetretenen sexuellen Missbrauch von Kindern zu diskutierem.

„In Irland hatte unter anderem ein Priester gestanden, mehr als hundert Kinder sexuell missbraucht zu haben. Ein weiterer räumte regelmäßigen Missbrauch Minderjähriger über einen Zeitraum von 25 Jahren ein. Ähnliche Enthüllungen wurden in den vergangenen Jahren bereits aus den USA und Australien bekannt. Zwischen den Fällen gibt es zum Teil Querverbindungen, weil einige Geistliche aus Irland nach Übersee auswanderten, als ihre Stellung im eigenen Land unhaltbar wurde.“ Berichtet  „Neues Deutschland“ am 16.02.2010. (Kursive Hervorhebungen durch uns).

Sexueller Missbrauch an Jesuiten-Gymnasium

Die selbe Problematik, die auch sonst bei den Messdienern zu Tage tritt, schlägt sich auch hier wieder nieder: Es werden nicht Kinder in irgendwelchen Gymnasien serienmäßig sexuell missbraucht, sondern es handelt sich um homosexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen, wo die Täter zölibatär leben (oder leben sollen).

Es geht zwar primär um die Aufklärung von Einzelfällen. Mit der Bestrafung der Täter ist es aber nicht getan, es handelt sich um ein weltweites strukturelles Problem zölibatärer, katholischer Einrichtungen. Das Prfoblem ist lange bekannt: Man muss für das Verhalten der Kirche in diesem Punkt keinerlei Verständnis aufbringen.

Es wird hier auf die bisherigen Artikel verwiesen (1) (2).

Übrigens ist das Zölibat eine rein katholische Einrichtung, die sich nicht aus der Bibel herleiten lässt. Dort werden noch nicht einmal Pfarrer oder auch nur eine Kirche erwähnt. Das Zölibat hat es zudem auch in der katholischen Kirche nicht immer gegeben.