Ratzingers Generalvikar ein Bauernopfer?

Wappen Papst Ratzingers des XVI.

„In der Affäre um den pädophilen Priester Peter H. in der Erzdiözese München und Freising hat das Ordinariat den früheren Generalvikar Gerhard Gruber möglicherweise zur alleinigen Schuldübernahme gedrängt. Vertraute Grubers schildern einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zufolge, er stehe unter großem Druck und solle wohl als Sündenbock für den Papst herhalten. Es sei darum gegangen, den Papst „aus der Schusslinie zu nehmen“.“ Berichtet die Süddeutsche am 18.04.2010.

Der Bericht des Spiegels vom 17.04.2010 findet sich -> hier.

Verwundern würde es nicht. Im Verantwortungsbereich Ratzingers lag diese Aktion ohnehin.

Die Päderasten sind alle schwul!

Kurienkardinal Bertone schiebt die Schuld am sexuellen Missbrauch durch Priester auf die Homosexualität, so die Süddeutsche.

Das stimmt schon: Meistens wurden Knaben von Männern missbraucht, also ein Akt der Pädophilie und Homosexualität. Und das sind Eure Priester!

Vielleicht hat doch einfach nur Satan selbst die Priester verführt? Dann wären sie ja selbst Opfer!

Der Punkt ist aber, dass die Kirche wieder einmal versucht, mit hanebüchenem Unsinn von der eigenen Verdorbenheit abzulenken: Zu einem Problem sind die Päderasten dür die Kirche doch nur deshalb geworden, weil sie sich selbst zuerst einen sagenhaften moralischen Dünkel angemaßt haben und zudem sogar jedes Gespräch über die Sexualität tabuisiert und Sex als böse – als „Sünde“ – hingestellt haben. Genau das hat zu der Mauer des Schweigens, versteckens und Vertuschens geführt, dass derartige Serientaten ermöglicht hat.

Und genau damit macht die Kirche weiter: So lange keine anderen Menschen darunter zu leiden haben, kann es der Kirche nämlich schnurzegal sein, ob ihr Priester nun sonstwie veranlagt ist. Und erst recht hat sie sich kein Urteil über die Sexualität außerhalb der Kirche stehender Menschen zu erlauben. Die kath. Kirche lebt eben doch noch mit einem Bein im Mittelalter.

Mal ganz davon abgesehen, dass die Kirchenfürsten immer noch Dr. Ratzinger als „heiliges“ Vorbild vor sich haben, der ja nun selbst mehrfach richtig tief ins Klo gegriffen hat.

Papst verhaften lassen?

Dawkins und Hitchens werfen dem Papst vor, die Vorkommnisse um die Kinderschändungen gezielt verschleiert zu haben und wollen ihn verhaften lassen:

Dawkins und Sherine, Urheberin: Zoe Margolis, Lizenzen siehe Fuß des Artikels

„Geht es nach dem Willen der Atheisten, soll die britische Justiz beim geplanten Großbritannien-Besuch des Papstes vom 16. bis 19. September zuschlagen. Dann soll Benedikt XVI. London, Glasgow und Coventry besuchen. Dawkins und Hitchens werfen dem Kirchenführer Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Das ist ein völkerstrafrechtlicher Tatbestand, der seit den Nürnberger Prozessen im Jahr 1945 verwendet wird. Dabei geht es nach dem Verständnis des Internationalen Strafgerichtshofes normalerweise um Taten, die weit verbreitet oder systematisch sein müssen.“ Berichtet der Spiegel online am 11.04.2010.

Ob das Bestreben juristisch ernst zu nehmen ist, wird dabei wohl eine eher zweitrangige Frage sein: Vorrangig geht es darum, zu seigen, für wie weit unter aller Sau Dawkins und Hitchens das Verhalten des alten Hardliners Ratzinger halten. Geht es doch um nicht weniger, als um den Schutz minderjähriger Kinder.

Bildlizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic, Urheberin:  Zoe Margolis

Papst Mitarbeiter wollte Murphy-Fall deckeln

Als Deckeln bezeichnet man es, wenn jemand eine Geschichte unter den Teppich kehren und möglichst wenig an die Öffentlichkeit gelangen lassen will. Ein Vorgehen, dass innerhalb der kath. Kirche Prinzip gehabt zu haben scheint und dass nicht zuletzt durch den ausgeprägten Täterschutz der Prävention entgegen gewirkt hat.

Kardinal Bertone, Urheber: Wikipedia-Nutzer Twice25, Quelle: Wikipedia

„ZEIT ONLINE liegt ein Geheimdokument vor, das zeigt: Kardinalstaatssekretär Bertone wollte den Fall klein halten.“, berichtet die Zeit am 05.04.2010. Pater Lawrence Murphy hatte zwischen 1950 und 1974 bis zu 200 gehörlose Kinder sexuell missbraucht haben soll, unter anderem auch während der Beichte (!).  Bretone gehört indes zum engeren Kreis des Aberglaubensclubs um Dr. Ratzinger.

Neben Beschimpfungen der Missbrauchskritiker fuhr der Vatikan zwischenzeitlich auch seinen Unfehlbarkeitspopanz auf, der ansonsten nur noch benutzt wird, um die Lächerlichkeit des Papstamtes zu dokumentieren: „Der Dekan des Kardinalskollegiums Angelo Sodano wiederum hatte Kritikern des Papstes am Ostersonntag „Geschwätz“ vorgeworfen und Benedikt als „unfehlbaren Felsen der Heiligen christlichen Kirche“ gerühmt.“, so die Zeit.

Aus den Unterlagen geht nun hervor, dass nicht einmal kircheninterne Maßnahmen gegen Murphy stattfinden sollten: „Bereits in einem Brief vom 6. April 1998 an den zuständigen Erzbischof der Diözese von Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin machte Bertone unter der Überschrift „Vertraulich“ deutlich, dass der Vatikan von einem sogenannten kanonischen Verfahren gegen den geständigen Täter abrate.“

Wie abenteurlich das Deckeln dann begründet wurde, liest sich in der Zeit: „In einem internen Vermerk der Erzdiözese Milwaukee nach dem Krisengipfel heißt es: „Es wurde deutlich, dass die Kongregation uns nicht ermutigte mit irgendeiner förmlichen Entlassung (Murphys, die Red.) fortzufahren.“ Weiter heißt es: „Wir wurden darüber hinaus gewarnt vor der Schwierigkeit“, einen Verstoß gegen die Unverletzlichkeit der Beichte zu ahnden.“

Indes hatte die New York Times berichtet, Murphy habe damals Ratzinger selbst um Hilfe gebeten. Fest steht, dass geholfen wurde.

Vatikansprecher nennt Aufklärung „Geschwätz“

Erneut hat ein Vatikansprecher vor aller Welt die aktuelle Kritik an der kath. Kirche als „Geschwätz“ beschimpft. Ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die als Kinder misshandelt wurden und aller Menschen, die sich um Prävention solcher Straftaten in der Kirche bemühen.

Die kath. Kirche wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Aufklärung. Man fragt sich unweigerlich: Wollen die, dass es so weiter geht? Dass alles totgeschwiegen wird, dass die Kinderschänder wieder in Amt und Ehren eingesetzt werden oder bleiben, wie es der heilige Ratzinger in seiner Laufbahn praktiziert hat? Es soll immer so weiter gehen: Totschweigen, unter den Teppich kehren. Und wenn auch das nichts hilft, wie im Falle Mixa: Alle juristischen Register ziehen.

Die katholische Kirche ist eine gesellschaftliche Last, eine Zumutung. Selbst die breite Masse der Katholiken sieht sich genötigt, ihre eigene Meinung von derjenigen der Kirchenherrscher abzugrenzen.

Indes ist der Papst immer noch nicht zurück getreten. Er will wohl weiter machen, bis nichts mehr bleibt von der Kirche. Vielleicht weiß er insgeheim, dass diese Altherrenriege einfach nicht mehr zu reformieren ist.

Mixa soll Kinder geschlagen haben

„Das Grauen“ von Armatus Liandri

Die Welt schreibt heute: „Der Augsburger Bischof Walter Mixa soll in den 70er- und 80er-Jahren Heimkinder misshandelt haben. Fünf Frauen und Männer behaupten in eidesstattlichen Erklärungen, von Mixa geschlagen worden zu sein. Das Augsburger Bistum spricht von absurden Vorwürfen – offensichtlich solle Mixa diffamiert werden.“

Natürlich, alle eidesstattlichen Versicherungen können ja nur falsch sein, wo Mixa doch per Definition niemals ein Unrecht tun kann. Immerhin ist er doch Bischof, in der heiligen Kirche. Also mich wundert da gar nichts mehr.

Es berichteten „… die ehemaligen Heimkinder von Ohrfeigen, Fausthieben gegen den Oberarm sowie Schlägen auf das Gesäß mit Teppichklopfer und Stock. …“

Ergänzung: Auch das Staatsfernsehen berichtete (heute), allerdings waren dort mangels ausreichender Kapazität kein Abruf möglich.

Kirche schlatet Missbrauchshotline

Telefonnr: 0800-1201000