Hat Zollitsch Missbrauchsfall vertuscht?

Die Welt berichtet:

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„Unterdessen wurden gestern Abend Vorwürfe laut gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Wie „Report Mainz“ berichtet, soll Zollitsch in den 80-er und 90-er Jahren als Personalreferent im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg einen Verdacht auf schweren sexuellen Missbrauch „vertuscht und verdeckt“ haben. Einen auffällig gewordenen Pfarrer habe Zollitsch in den Ruhestand versetzen lassen, aber nicht die Staatsanwaltschaft verständigt. Das Erzbistum wies die Vorwürfe als „haltlos“ zurück.“

Die Vorwürfe werden zu prüfen sein. Man sieht hier, wie das Vertrauen in die Kirche dahin ist. Wir schlagen vor, dass sich die katholische Kirche wegen ihres Rufschadens umbenennt.

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Missbrauch und Zölibat

Sexueller Missbrauch von Kindern ist kein spezifisches Problem der katholischen Kirche. Es hat weder etwas mit dem Zölibat zu tun, noch mit Homosexualität, noch mit der katholischen Sexuallehre. Deshalb brauchen wir auch keinen runden Tisch speziell für die katholische Kirche“, sagte Erzbischof und Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch der Welt am Sonntag.

Nimmt man die Zahlen ohne Sinn und Verstand, ist tatsächlich nicht zu

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erkennen, dass die Priester im negativen Sinne auffällig sind.

Allerdings ist es so, dass Pfarrer und dergleichen nicht regelmäßig mit Kindern in Kontakt stehen, weil sie keine eigenen haben. Es handelt sich schließlich auch um einen Missbrauch fremder Kinder. Wegen der Gelegenheiten und dem besonderen Verhältnis innerhalb der Familie ist der sexuelle Missbrauch durch Priester daher eher in Relation zu setzen zu den sonstigen Missbrauchszahlen hinsichtlich fremder Kinder außerhalb des Haushalts. Die Straftaten müssten eher zu den Missbrauchszahlen in Sportvereinen in Relation gesetzt werden oder bei Kinderärzten, besser noch: Zu Missbrauchzahlen durch evangelische Geistliche.

Dort sind aber keinerlei Zahlen vorhanden, die in irgendeinem Kontext zum Amt stehen würden.

Vergleicht man evangelische Pfarrer mit katholischen, wird auch das Organisationsverschulden offenkundig: Man gibt den Priestern einfach keine Gelegenheit zum Missbrauch. Man hört dies immer wieder: Ministranten werden missbraucht. Was ein Ministrant ist und wozu er dient, ist für außenstehende schwer nachvollziehbar. Es handelt sich wohl um Kinder, die als Handlanger während des Gottesdienstes herhalten müssen. Das Problem scheint aber zu sein, dass die Kinder in diesem Zusammenhang auch mit den Priestern allein sein müssen oder sich sogar umziehen müssen (?), um ihre Ministrantengewänder anzuziehen.

Genau diese Einrichtung der Ministranten ist eine rein katholische Erfindung und hat auch mit dem christlichen Glauben nichts zu tun. Es gibt keine evangelischen Ministranten.

Der Umstand, dass das Priesteramt durch das Zölibat sexualisiert wird und damit von vornherein ein unnatürlichen Sexualleben fordert, dürfte sein Übriges tun.

Der innerfamiliäre Missbrauch ist tatsächlich ein Thema, dass keineswegs durch einen solchen Vorwurf relativiert werden soll. Es hat aber einen ganz anderen thematischen Hintergrund.

Es lässt sich zusammenfassen: Zollitsch will mit Zölibat und Ministranten genau die Punkte erhalten, die den Missbrauch erst befördern und verursachen.

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Bundesjustizministerin widerruft nicht!

Bundesjustizministerin Leuheusser-Schnarrenberger, Bildlizenzen im Fuß des Artikels

Der Versuch des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Zollitsch,  Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger durch einen Einschüchterungsversuch mundtod zu machen, ist gescheitert:

Der Gottesmann hatte der Ministerin ein 24-Stunden Ultimatum gesetzt, ihre Kritik am Umgang der Kirche mit den Sex-Skandalen zu widerrufen. Die Ministerin bleibt jedoch dabei, dass die Kirche nicht genügend mit der Strafverfolgung zusammen arbeitet. Der Bischof, der sich der Lage der Kirche offensichtlich nicht bewusst ist, lehnte sich zu weit aus dem Fenster, indem er der Bundesministerin auch noch den Ton vorschreiben wollte, diese habe „maßlos gegen die katholische Kirche“ polemisiert. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich das angriffslustige Verhalten der Kirche allerdings bloß als weiteres verzweifeltes Ablenkungsmannöver, das verschleieren soll, dass der Kirche die Kontrolle über die Debatte endglitten ist und dass diese zu einer angemessenen Stellungnahme völlig unfähig ist:

Vorstandssprecher der gbs Dr. Schmidt-Salomon bezeichnete das Ultimatum indessen als „schamlos“ (hpd) und warf Zollitsch vor,  „die Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen herunterzuspielen.

Zollitsch hatte behauptet, die Missbrauchszahlen seien in Familien 36 mal höher… (nach dem Motto: andere machen das doch auch?)  hierzu Schmidt-Salomon:

Man sollte in diesem Zusammenhang wissen, dass der bischöfliche Vergleich nicht auf einer seriösen, wissenschaftlichen Untersuchung beruht, sondern auf einer tendenziösen Meldung des Domradios. Dort wurden die 94 kircheninternen Missbrauchsfälle, über die ‚Der Spiegel’ vor kurzem berichtete, einfach mit der Gesamtstatistik der polizeilich erfassten Missbrauchsfälle verrechnet. Abgesehen davon, dass die zugrunde liegende Datenlage höchst problematisch ist, führt ein solcher Vergleich schon allein deshalb zu verzerrten Ergebnissen, weil viele Kirchenbedienstete im Unterschied zur Gesamtbevölkerung keinen regelmäßigen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben.

Schmidt-Salomon weiter:

Dadurch [Anmerkung: den richtigen statistischen Vergleich] wäre sofort sichtbar geworden, dass die Kirche sehr wohl mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat! Denn über Jahrzehnte hinweg war das Risiko sexueller Gewalterfahrungen für Kinder und Jugendliche, die in christlichen Heimen lebten, um ein Vielfaches höher als das Risiko derer, die in Familien aufwuchsen!“

Ob die katholische Kirche sich auch noch in einem Gerichtsverfahren gegen die Ministerin selbst vorführen will, bleibt abzuwarten. Dies wäre jedenfalls ein guter Anlass für die Öffentlichkeit, sich mit den Verhältnissen innerhalb der katholischen Kirche näher zu befassen.

Die Süddeutsche bringt die Relation Kirche-Staat folgendermaßen auf den Punkt (24.02.2010): „… Richtig ist, dass der Staat sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Kirchen einmischen darf. Ebenso richtig ist aber auch, dass es sich bei Sexualdelikten nicht um innere Angelegenheiten handelt. Die Kirchen und ihre Angehörigen sind den staatlichen Strafgesetzen unterworfen. In dieser Hinsicht sind die Menschen nicht katholisch, nicht evangelisch, nicht muslimisch – sondern gleich. …“

Indes dürfte klar sein, dass der Springer-Presse (Bild, Welt) der Vorfall mit dem Käßmann-Rücktritt recht gelegen kam: Einerseits ist die Bundesjustizministerin dort als Bürgerrechtlerin verhasst, andererseits wäre offenkundig geworden, dass die katholische Kirche zurück treten sollte. Liebe Katholiken, man kann auch aus oder übertreten, wenn man nicht jeden Unfug unterstützen will! Jetzt ist ein guter Zeitpunkt.

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Das entstellte Gesicht der Kirche

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In den Streit zwischen Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und einem Würdenträger des katholischen Aberglaubensvereins namens katholischer Kirche Zollitsch schaltet sich nun der HPD ein.

Der hpd berichtet heute:

Zollitsch nannte die Äußerungen “undifferenziert und emotional”. Er erwarte, dass Leutheusser-Schnarrenberger sie innerhalb von 24 Stunden zurücknehme. [sueddeutsche.de] Aus Kreisen der in Freiburg tagenden Vollversammlung der katholischen Bischöfe hieß es dazu, die Fristsetzung sei ein notwendiger Schritt, um eventuell mit einer Unterlassungsklage dafür zu sorgen, dass die Ministerin ihre Behauptungen aus dem Tagesthemen-Interview vom Montagabend nicht mehr wiederhole. [domradio.de]

Nun wirft Herr Matthias Krause beim HPD dem Vertreter des Übernatürlichen seinerseits wahrheitswidrige Aussagen vor:

Zollitsch kritisierte die Ministerin scharf, weil diese der Kirche wahrheitswidrig vorhalte, bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen nicht mit der staatlichen Justiz zusammenzuarbeiten. “Die Ministerin behauptet, bisher habe sie nicht den Eindruck, dass die Verantwortlichen der katholischen Kirche auch nur beim Verdacht auf sexuellen Missbrauchs konstruktiv mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten wollten”, so Zollitsch. Dies sei rundweg falsch. Auch gebe es seit mehreren Jahren kirchliche Leitlinien, die eine Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft vorsähen. [kath.net]

Es ist allerdings Zollitsch, der hier die Unwahrheit sagt. In dem entscheidenden Satz der bischöflichen Leitlinien heißt es nämlich: In erwiesenen Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigten zur Selbstanzeige geraten und ggf. das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht.

Mit anderen Worten: Solange es sich nur um einen unbewiesenen Verdacht handelt, wird die Staatsanwaltschaft nicht informiert – anders macht der Hinweis auf die Selbstanzeige keinen Sinn.

Wie weit welche Vorwürfe zutreffen, kann zur Zeit mangels Überprüfung der jeweiligen Quellen noch nicht gesagt werden.

Das Verhalten der Katholiken ist allerdings nicht neu, nach Möglichkeit nicht hinsehen zu wollen, die Probleme kleinzureden und bestenfalls Gegenangriffe zu starten. So werden die Wirkungen des Zölibats herabgespielt und vertuscht, die Zusammenhänge verdrängt, und Kritiker im Zusammenhang mit Kinderschändung durch Geistliche juristisch angegriffen, statt sich den Menschenrechtsverletzungen in adäquater Weise zu stellen. Die Kirche zieht alle Register der Propaganda.

Selbstverständlich stellt die Religionsgesellschaft katholische Kirche mit ihren aberglaubensbasierten Sexvorschriften für Arbeitnehmer einen Sonderfall dar, auch durch die sich daraus ergebende Zusammensetzung ihrer Arbeitnehmer: So sollen nach internen Schätzungen der Kirche 20% der Priester homosexuell sein und ein nicht unerheblicher Teil auf Kinder fixiert sein (pädosexuell), genaue Statistiken liegen nicht vor.

Der Kirche gelingt es nicht im Ansatz, ihre abnormen Sexuallehren – die mit der Bibel rein gar nichts zu tun haben – und ihr annormales Verhältnis zum Körper aufzuarbeiten.

Die katholische Kirche zeigt gegenwärtig ihr abstoßendes entstelltes Gesicht einer aggressiven Organisation weit jenseits der menschlichen Normalität.

Die Bilddatei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation sowie Creative CommonsNamensnennung- Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported veröffentlicht, Urheber: Schwarzwälder, Quelle: Wikipedia , Die Leichenfüße des Wiedergängers Hintergrund wurden farblich hervorgehoben.