Kirche schlatet Missbrauchshotline

Telefonnr: 0800-1201000

Murphys Missbrauch

Murphy hieß der Geistliche, der in den USA 200 gehörlose Jungen sexuell missbrauchte. Der Fall ist gerade wegen der Gehörlosigkeit so besonders wiederlich, denn die Gehörlosensprache ist ein ganzes Stück abstrakter und unpräziser als das gesprochene Wort, so dass es den Jungen besonders schwer gewesen wäre, sich mitzuteilen. Von Hörenden sind die Gehörlosen ohnehin durch die Kommunikationsbarriere der Gebärdensprache weitgehend abgeschnitten. Auch mit dem Lesen und Schreiben haben es Gehörlose deutlich schwerer, denn ein vollständiges Verständnis unserer Grammatik zu erlangen, ohne jemals ein gesprochenes Wort gehört zu haben, ist so gut wie unmöglich.

[picapp align=“none“ wrap=“false“ link=“term=Papst&iid=1199349″ src=“5/f/4/6/Pope_Benedict_XVI_c7b6.jpg?adImageId=11963807&imageId=1199349″ width=“396″ height=“594″ /]

Die Tagesschau berichtete heute, dass der Missbrauchspriester Murphy in den 90gern sogar Ratzinger persönlich um Beistand gebeten hatte (lt. die Welt um „freundlichen Beistand“). Ratzinger ließ für den Priester Lawrence Murphy Gnade vor Recht ergehen: Er verlor trotz Missbrauch nie seine Priesterwürde.

Die „New York Times“ schreibt: „Es ist schwer zu verstehen, warum die Führung des Vatikans nicht die Lektionen aus dem erschütternden Skandal ziehen konnte, als in einem Zeitraum von drei Jahren mehr als 700 Priester in den Vereinigten Staaten entlassen wurden“. (Übersetzung „die Welt“)

„Das Blatt erinnert daran, dass Kardinal Ratzinger im Jahr 2001 unter der Drohung der Exkommunizierung die Direktive an alle Bischöfe verantwortete, alle Untersuchungen zu sexuellen Übergriffen von Priestern geheim zu halten.“ berichtet die Welt, man sieht in den USA in der Anweisung also ebenfalls ein Problem und deutet dies als Verschulden Ratzingers.

2002 war die Missbrauchsproblematik bereits in den USA aktuell gewesen. Ratzinger selbst hatte all diese Kriesen trotz seiner Verstrickungen unbeschadet überstanden, während in den USA in kaum drei Monaten 60 Priester aus fast 20 Diözesen wegen „Verstößen gegen die Gelübde“  ihrer Ämter enthoben worden waren.

Ratzinger ist moralisch erledigt. Der Mann hat fertig.

Neuer Vorwurf gegen Ratzinger

Die Süddeutsche berichtet heute online: „Schwerer Vorwurf in der New York Times: Trotz vieler Warnungen habe der Vatikan nichts gegen einen US-Priester unternommen, der hundertfach Jungen sexuell missbraucht haben soll.“

Die US-Bischöfe sollen den Vatikan gewarnt haben, doch der habe nichts unternommen. Besonders perfide: Die 200 missbrauchten Jungen sollen Gehörlose gewesen sein…

Eines dürfte schon jetzt feststehen: Der Vatikan hat sicherlich nicht zum Schutze der Jungen geschwiegen.

Der heilige Stuhl wird immer wackliger.

Islamische Kinderschänder?

Im Jemen hat die Planung eines Gesetzes zur Einführung eines Mindestalters für Eheschließungen zu massiven Protesten geführt.

Jemen, Urheber: Wikipedia-Nutzer Ief

„Zahlreiche Muslime lehnen die Einführung eines Mindestalters für Eheschließungen mit der Begründung ab, dies sei im Islam nicht vorgesehen.

Staatswappen des Jemen

Sie verweisen darauf, dass der Prophet Mohammed seine Frau Aisha als Neunjährige geheiratet ha

be. Im Jemen, einem der ärmstenLänder der Welt, ist die Verheiratung von Minderjährigen weit verbreitet. Im vergangenen Jahr war eine zwangsverheiratete Zwölfjährige bei der Totgeburt ihres Kindes gestorben.“ Berichtet die Wiener Zeitung am 23.03.2010.

Wir finden die Argumentation etwas unintellektuell. Wo bleibt das Argument? Selbst wenn Mohammed ein Kinderschänder gewesen wäre, würde das bedeuten, dass das richtig und erlaubt sein sollte?

Papst am Ende: Vertuschte Ratzinger schon länger?

Die Zeit berichtet:

„… Der vom Priesteramt suspendierte Saarbrücker Theologie-Professor Gotthold Hasenhüttl hat den Papst für die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs verantwortlich gemacht.

Ratzinger als Kardinal, 1988, Bildlizenz: Gnu und Creative Commons 3.0, Urheberin: Rose Meierhofer, Lizenzen im Bildfuß

Als Präfekt der Glaubenskongregation habe Joseph Ratzinger – der heutige Papst Benedikt XVI. – allen Bischöfen unter Androhung kirchenrechtlicher Strafen untersagt, Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit zu tragen.…“

Die Taktik der katholischen Kirche, Kriminellen Kindesmissbrauch durch Geistliche auf Kosten der Prävention unter den Teppich zu kehren, um den Ruf der ach so heiligen katholischen Kirche nicht zu beschädigen, geht also möglicherweise schon länger auf Dr. Ratzinger zurück.

Die kircheninterne Anweisung, nach der die Kirche für Sexualstraftaten „ausschließlich zuständig“ sei, die Schlamperei unter seiner Kirchenherrschaft in den 80gern, die mit der Wiedereinsetzung eines Pädophilen zu weiterem Missbrauch geführt hatte, der gewalttätige Papstbruder, das aggressive juristische Vorgehen gegen Kritiker durch das Bistum Regensburg, der Umstand, dass manche Geistliche in der Aufklärung der Missbrauchskriminalität einen gezielten Angriff auf Ratzinger selbst gesehen haben wollen, das Zeigen mit ausgestreckter Hand auf andere, wenn bei einem selbst etwas entdeckt wird, all das formt sich langsam zu einem stimmigen Bild mit System, ohne normale moralische Grundlage:

Die gesamte Verderblichkeit rührt daher, dass die Beschäftigten der katholischen Kirche ihren Verein selbst für heilig halten, für etwas besseres, das über der zwischen Menschen geltenden Moral steht, so dass zum Schutze einer solchen Organisation, die sich für etwas besseres hält, eben jedes Mittel Recht war, auch auf Kosten radikaler Präventivmaßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Straftaten.

Das sind auch die Gründe, warum der Papst auch nicht im Traum daran denkt, von der abstoßenden Anweisung der katholischen Kirche an ihre geistlichen Mitarbeiter, nicht einmal Selbstbefriedigung üben zu dürfen, auch nur einen Deut abgeht. Der Verein ist in seiner grenzenlosen Selbstüberschätzung überheblich und anmaßend, eine Zumutung für die Andersdenkenden.

Allererste Präventivmaßnahme wäre das Eingeständnis, dass die katholische Kirche alles ist, nur nicht heilig. Ein weiterer Schritt zur Wahrheit wäre es einzuräumen, dass es die Gottheit nun einmal gar nicht gibt und dass nur und ausschließlich Menschen für die Regelung menschlicher Angelegenheiten zuständig sind.

Sich als Vertreter einer Gottheit auszugeben, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, ist dabei nur das I-Tüpfelchen. An welcher Selbstüberschätzung muss einer nur leiden, sich mit einem solchen Hintergrund auch noch zum Papst wählen zu lassen?

Bilddatei unter  GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative CommonsNamensnennung Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Urheberin: Rose Meierhofer, Quelle: Wikipedia

Damals Nazis, heute Medien

„Damals Nazis, heute Medien“, ein Artikel der Süddeutschen, den man gelesen haben sollte.

„Bishops Soulbath“ von Armatus Liandri

Wie Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg versucht, die Berichterstattung über den Kindesmissbrauch in die Nazi-Ecke zu stellen. Das mangelnde moralische Unrechtsbewusstsein des Bischofs hinsichtlich seiner völlig inadäquaten Wortwahl zeigt einmal mehr, wie man es in Regensburg gewohnt ist, mit Kirchenkritikern umzugehen – insbesondere, wenn es um Kindesmissbrauch geht.

Vielleicht hat der Mann aber auch als Kind einfach nur zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, dass er sich jetzt wichtig macht.

Papst kann nicht Schweigen!

„Der Wiedergänger“ von Armatus Liandri

Der Papst schweigt. Die Katholiken mögen das nicht, meint die Tagesschau.

Völlig unabhängig davon, ob die Katholiken das mögen, kann es sich der Papst nicht mehr erlauben, nicht zu schweigen. Auch ein Papst steht nicht jenseits der Gesellschaft, sondern ist im Ergebnis von Menschen abhängig.

Angesichts des Umstandes, dass er in die Wiedereinsetzung eines Pädophilen verwickelt ist, der dann auch noch rückfällig wurde und erneuten Missbrauch ausübte, kann sich die katholische Kirche einen Papst nicht leisten, der einfach nichts dazu sagt. Der Sachverhalt spricht schließlich auch für sich – und gegen den Papst.

Der Papst wird reden müssen, auch wenn er nicht will. Was wird er sagen? Die Menschheit, das Leiden, das Bedauern, das Mitgefühl. Und Propaganda darf nicht fehlen: Es gibt einen Gott. Vielleicht wird er auch den Wiedergänger bemühen. Das wird helfen.

Schuld zugeben kann er nicht, dann müsste er zurück treten. Ein Papst ist eben heilig und nicht nur ein einfacher Mensch.