Papst am Ende: Vertuschte Ratzinger schon länger?

Die Zeit berichtet:

„… Der vom Priesteramt suspendierte Saarbrücker Theologie-Professor Gotthold Hasenhüttl hat den Papst für die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs verantwortlich gemacht.

Ratzinger als Kardinal, 1988, Bildlizenz: Gnu und Creative Commons 3.0, Urheberin: Rose Meierhofer, Lizenzen im Bildfuß

Als Präfekt der Glaubenskongregation habe Joseph Ratzinger – der heutige Papst Benedikt XVI. – allen Bischöfen unter Androhung kirchenrechtlicher Strafen untersagt, Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit zu tragen.…“

Die Taktik der katholischen Kirche, Kriminellen Kindesmissbrauch durch Geistliche auf Kosten der Prävention unter den Teppich zu kehren, um den Ruf der ach so heiligen katholischen Kirche nicht zu beschädigen, geht also möglicherweise schon länger auf Dr. Ratzinger zurück.

Die kircheninterne Anweisung, nach der die Kirche für Sexualstraftaten „ausschließlich zuständig“ sei, die Schlamperei unter seiner Kirchenherrschaft in den 80gern, die mit der Wiedereinsetzung eines Pädophilen zu weiterem Missbrauch geführt hatte, der gewalttätige Papstbruder, das aggressive juristische Vorgehen gegen Kritiker durch das Bistum Regensburg, der Umstand, dass manche Geistliche in der Aufklärung der Missbrauchskriminalität einen gezielten Angriff auf Ratzinger selbst gesehen haben wollen, das Zeigen mit ausgestreckter Hand auf andere, wenn bei einem selbst etwas entdeckt wird, all das formt sich langsam zu einem stimmigen Bild mit System, ohne normale moralische Grundlage:

Die gesamte Verderblichkeit rührt daher, dass die Beschäftigten der katholischen Kirche ihren Verein selbst für heilig halten, für etwas besseres, das über der zwischen Menschen geltenden Moral steht, so dass zum Schutze einer solchen Organisation, die sich für etwas besseres hält, eben jedes Mittel Recht war, auch auf Kosten radikaler Präventivmaßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Straftaten.

Das sind auch die Gründe, warum der Papst auch nicht im Traum daran denkt, von der abstoßenden Anweisung der katholischen Kirche an ihre geistlichen Mitarbeiter, nicht einmal Selbstbefriedigung üben zu dürfen, auch nur einen Deut abgeht. Der Verein ist in seiner grenzenlosen Selbstüberschätzung überheblich und anmaßend, eine Zumutung für die Andersdenkenden.

Allererste Präventivmaßnahme wäre das Eingeständnis, dass die katholische Kirche alles ist, nur nicht heilig. Ein weiterer Schritt zur Wahrheit wäre es einzuräumen, dass es die Gottheit nun einmal gar nicht gibt und dass nur und ausschließlich Menschen für die Regelung menschlicher Angelegenheiten zuständig sind.

Sich als Vertreter einer Gottheit auszugeben, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, ist dabei nur das I-Tüpfelchen. An welcher Selbstüberschätzung muss einer nur leiden, sich mit einem solchen Hintergrund auch noch zum Papst wählen zu lassen?

Bilddatei unter  GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative CommonsNamensnennung Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Urheberin: Rose Meierhofer, Quelle: Wikipedia

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Hat Zollitsch Missbrauchsfall vertuscht?

Die Welt berichtet:

GNU-Lizenz, Urheber Schwarzwälder, genaueres im Fuß des Artikels

„Unterdessen wurden gestern Abend Vorwürfe laut gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Wie „Report Mainz“ berichtet, soll Zollitsch in den 80-er und 90-er Jahren als Personalreferent im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg einen Verdacht auf schweren sexuellen Missbrauch „vertuscht und verdeckt“ haben. Einen auffällig gewordenen Pfarrer habe Zollitsch in den Ruhestand versetzen lassen, aber nicht die Staatsanwaltschaft verständigt. Das Erzbistum wies die Vorwürfe als „haltlos“ zurück.“

Die Vorwürfe werden zu prüfen sein. Man sieht hier, wie das Vertrauen in die Kirche dahin ist. Wir schlagen vor, dass sich die katholische Kirche wegen ihres Rufschadens umbenennt.

Bildlizenz: Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht sowie unter unter den Bedingungen der Creative CommonsNamensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported;

Kirche demoliert sich selbst

„Selbstdemontage bei „Menschen bei Maischberger“: In der Diskussion um Kindesmissbrauch durch Priester zeigt sich, dass die Verteidiger der katholischen Kirche mit dem Rücken zur Wand stehen. Ihre Argumente: Die anderen sind schuld – oder mindestens genauso schlimm.“ Berichtet am 10.03.2010 der Spiegel.

„Katholiken bei Maischberger“, rechts der Gottesmann

Es geht um die Sendung vom Dienstag, 09.03.2010 zum Thema „Die Priester und der Sex: Verschweigen, verleugnen, vertuschen?“ -> zur Sendung

(1:15 h).

Gabriele Kuby meint zu den Missbrauchsvorwürfen, dass das eigentliche Problem die Leute sind, die die Sexualmoral der Kirche kritisieren… die Kirche habe eine „hohe Sexualmoral“, während die Gesellschaft sexsüchtig sei.

Bei 1:07 /08 meint dann der Bischof, der Missbrauch habe nichts mit dem Zölibat zu tun, bei der evangelischen Kirche sehe man ja nur nicht richtig nach… wie doch der Bischof dem gläubigen Katholiken immer wieder ein wahrer Trost sein kann…

Eine Runde der Katholiken unter sich? Überhaupt entsteht der Eindruck, zu einer Kritik seien ansich nur richtige Katholiken fähig, weil es anderen ohnehin nur darum geht, die Kirche einzureißen. So „rechtfertigt“ sich Geisler fast schon, er sei ja auch Katholik und die Kirche sei ja auch besonders wichtig.

Missbrauchsbeauftragter

Die Bischofskonferenz der katholischen Kirche hat Bischof Ackermann von Trier zum Missbrauchsbeuftragten benannt.

„Ornat“ von Armatus Liandri

Weiterhin wird sich allerdings nicht viel ändern, denn die Kirche beruft sich auf ihre Leitlinien aus dem Jahr 2002: „Sie verhindern Vertuschung und Verschleierung.“ Der Status quo wird also für ausreichend angesehen, nur die Öffentlichkeit versteht das alles nicht so richtig, so dass die Kommunikation durch einen Ansprechpartner verbessert werden muss.

Wie sich auch in der Darstellung des Weihbischofs Jaschke in hart aber fair vom 24.02.2010 zeigte, liegt das Problem im Detail: Die Kirche setzt zwar Ansprechpartner und Kommissionen ein, weist sie aber anscheinend gleichzeitig an, zu überprüfen, ob eine Mitteilung an die Staatsanwaltschaft sinnvoll ist, und zwar sinnvoll für die Kirche und die Täter: Hierbei wird auch geprüft, ob dies dem Täter „gerecht wird“ und was wohl ebenso vermutet werden darf, ob das Ansehen der Kirche leidet – und die steht ja schließlich vom Wert her über allem anderen…

Jede andere Privatschule würde sofort geschlossen werden, wenn sie sich grundsätzlich weigern würde, Kindesmissbrauch an die Staatsanwaltschaft zu melden und erst mal in ruhe die eigenen Interessen abwägt – vielleicht auch noch über Monate oder Jahre hinweg, wie die kath. Kirche einräumt. Das hat nichts mit der Einschränkung zu tun, dass die Geschädigten möglicherweise an einer Strafverfolgung nicht interessiert sind: Für den Fall kann man sich Ausnahmeregeln durchaus vorbehalten. Die Kirche behält sich eben aber auch sonstige Ausnahmeregeln aus anderem Interesse vor.

Es fragt sich, wie viele Fälle diese Kommissionen seit 2002 bereits unter den Teppich gekehrt haben und auf die Geschädigten eingewirkt haben, im Interesse der Kirche und vermeintlichem eigenen Interesse der Geschädigten auf eine weitere Verfolgung der Taten zu verzichten, auch um einen Rufschaden für die achsowertvolle katholische Kirche zu vermeiden und um den hochangesehenen Tätern „gerecht zu werden“.

Das Verhalten der Kirche ist unzumutbar und unhaltbar, weil diese Vorbehalte bei der Verfolgung im eigenen Interesse auf eine Deckelung hinzuwirken, im Hinblick auf zukünftige Missbrauchsfälle antipräventiv wirkt: Die Täter wissen, dass sie innerhalb der Kirche schon deshalb geschützt werden, weil den sexuell verklemmten Kirchenoberen das Thema peinlich ist und weil diese das Ansehen der Kirche über alle anderen Interessen stellen. Das kommt dabei heraus, wenn man eine Organisation von vornherein für gut hält.

Zudem betont die Kirche, weiterhin an ihren Sex-Vorschriften für Priester festhalten zu wollen, dies habe alles gar nichts mit dem Missbrauch zu tun – wie viele Kinder werden denn von evangelischen Theologen misshandelt?

Fazit: Die katholische Kirche verhält sich unbelehrbar. Missbrauch verhindern: Eltern, haltet Eure Kinder von dieser Organisation fern! Jetzt austreten!