Götter reden über ihre Schöpfer

Aus der Beschreibung der verschiedenen Gottheiten lässt sich erkennen, welches Menschenbild die Personen hatten, die diese Götter erfunden haben.

I.

Hinsichtlich der drei monotheistischen Religionen fällt auf, dass die Gottheiten sich den Menschen gegenüber autoritär zeigen: Sie fordern Gehorsam, Unterwerfung und nehmen in Anspruch, die einzigen zu sein. Ihre Position versuchen sie nicht durch gute Argumente aufrecht zu erhalten, sondern mit Gewalt (Sintflut, Hölle etc.)  bzw. mit Zuckerbrot und Peitsche. Das Verhältnis der Menschen zu ihrer Gottheit ist dasjenige von Sklaven zu ihrem Herren.

Es lässt sich daher schlussfolgern, dass die Erfinder dieser Religionen aus einer brutalen Gesellschaft stammten, in der Sklaverei nichts ungewöhnliches war.

II.

Setzt man insbesondere die christliche Religion in Kontrast zu den römischen Göttern, so fällt auf, dass im Zeitpunkt der Entstehung des Christentums die Juden eine kolonialisierte unfreie Bevölkerungsgruppe waren, aus der ggf. auch Sklaven rekrutiert wurden, während die Römer zum damaligen Zeitpunkt die unangefochtenen Herren der Welt waren. Das Christentum ordnete sich in dieses Herren-Sklaven-Weltbild ein.

Bacchus, 79 n. Chr., Gnu Lizenz, Urheber: Claus Ableiter

Die römischen Götter dagegen kennen eine solch einseitige Unterwerfung der Menschen nicht, auch sind sie nicht eifersüchtig gegenüber anderen Göttern, sondern leben in fröhlicher Gemeinschaft der Mächtigen – von einzelnen Zwistigkeiten unter den Göttern einmal abgesehen. Allerdings sind die römischen Götter ebenso wie ihre Paralle – die griechischen Götter – jeweils in der Anfangsphase der aufstrebenden Länder Griechenland und Rom bereits vorhanden gewesen. Den griechischen und römischen Göttern ist zu eigen, dass sie es dulden und ertragen können, dass ebenso starke Persönlichkeiten neben ihnen existieren, sie haben keine diktatorische Alleinherrschermentalität: Sie greifen in die Welt der Menschen ein, im großen und ganzen leben sie aber vor sich hin und lassen es sich gut gehen. Auch beruhen die Eingriffe nach dem Verständnis der Römer in aller Regel auf Leistung und Gegenleistung – einem fairen Abtausch – nicht auf einseitigen Leistungen der Götter, die jede Eigenanstrengung überflüssig machen würde.

Venus

Bei Römern wie Griechen wurden Staatssysteme errichtet, in denen eine Herrscherklasse sich auf gleicher Ebene begegnete und im demokratischen Interessenausgleich ihre Angelegenheiten regelte: Zum Ziel des eigenen Wohlergehens. Es wurden keine Kriege aus religiösen Gründen oder aus ideologischen Gründen zur Verbreitung der Demokratie geführt, sondern vorrangig, um die eiene Position auf Dauer zu verbessern.

Auch wenn im Allgemeinen die griechische hellenistische Kultur als eine hedonistische gilt, war es im Ergebnis die römische Kultur ebenso, lediglich mit etwas drastischerer Kriegsführung.

Allmächtig

Aphrodite, Pan und der kleine Eros

Für einen allmächtigen und allwissenden Gott wäre es auch unproblematisch, einen zweiten Gott zu erstellen, sogar mit Eigenschaften nach seinen Wünschen. Vielleicht sogar eine sexy Göttin?

Ein Gott, der lieber allein sein will, müsste doch ein ziemlicher Einzelgänger und Eigenbrödler sein…

Selbst ein häßlicher Gott mit Pferdefuß würde sich doch Begleitung wünschen. Wie unglücklich ein Gott alleine sein muss, was für eine traurige Vorstellung!

Bild links: Pan schäkert mit Aphrodite. Der kleine Eros stiftet den Hirtengott Pan an.

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Neuer Atheismus

Kissler, von Christa Klarfju

Erneut muss noch einmal eingegangen werden auf die Zuschreibung von Eigenschaften an den neuen Atheismus durch den katholischen Chefpopulisten Kissler.

Laut Kath. Net erklärte dieser am 23.01.2010, dass lt. neoatheistischen Menschenbild alles aus Eigennutz geschehe. Es gibt jedoch keine dementsprechend gearteten Einordnungen, die sich als neoatheistisch einordnen ließen. Selbstredend sind hier auch andere Vorstellungen denkbar.

Der neue Atheismus ist im Grunde eine Bezeichnung für einen auf naturalistischer Grundlage beruhendem Atheismus, der sich vom herkömmlichen Atheismus unterscheidet, weil er offensiver und selbstverständlicher mit der eigenen Weltanschauung umgeht. Dazu gehört neben der Darstellung des eigenen Weltbildes auch, offen auszusprechen, was man etwa von den Ansichten der Religionen hält und wie diese ethisch einzuordnen sind. Das kann auch dazu führen, dass religiöser Propaganda widersprochen wird, was dann von christlicher Seite gelegentlich als Missionierung aufgefasst wird.

Der Vorwurf Kisslers, Glaube werde dann begründungspflichtig, ist allerdings kein Umstand, auf den erst der neue Atheismus aufmerksam machen musste. In einer freien Gesellschaft mit Religions- und Weltanschauungsfreiheit hat ein Verein immer weniger Rückhalt in bloßer Autorität, was sich dann auch in den anhaltenden Kirchenaustrittszahlen seit 1970 manifestiert.

Der Glaube sei denn nur noch „geduldete Narretei“, so Kissler. Wir stimmen insoweit zu, als man im Sinne der Religionsfreiheit schlichtweg alles glauben und zur Religion machen darf, eben auch den allerletzten Blödsinn. Ob dies auf das Christentum zutrifft, überlassen wir der Beurteilung des Lesers.

Die Aussage, der freie Wille sei mit dem Neoatheismus hinfällig, ist allerdings schlicht falsch. Es gibt hierzu durchaus unterschiedliche Ansichten. Richtig ist allerdings, dass sich aus atheistischer Sicht Normen sicherlich nicht durch eine Gottheit begründen lassen. Dies sollte allerdings aus theistischer Sicht nicht anders sein, kann doch eine Aussage nicht bloß deshalb richtig sein, weil eine Gottheit diese von sich gegeben hat. Zudem verfügt eine Gottheit über keinerlei Legitimation oder Vollmacht einem Menschen gegenüber, irgendwelche Normen zu erlassen. Soweit hier an die Drohung mit der Hölle oder die bloß größere Machtbefugnis der Gottheit gedacht wird, so wäre dies selbst bei Existenz der Gottheit nicht geeignet, eine ethische Legitimation zu erzeugen, es würde sich vielmehr um die erpresserische Durchsetzung von Normen handeln.

Auch die Aussage, der Mensch sei nach dem neuen Atheismus für nichts verantwortlich, ist haltlos: Der Mensch ist dem Menschen verantwortlich – und niemandem sonst.

Verbrecher: Wenn Götter Menschen wären

Wenn man die Frage betrachtet, warum ausgerechnet die Religion des Friedens (TM Islam) und die Religion der Liebe (TM Christentum) als Auslöser und Grund verwendet werden, Verbrechen gegenüber Andersdenkenden Menschen zu verüben – hinsichtlich des Christentums jedenfalls in der Vergangenheit, im Nordirlandkonflickt und auch neuerdings in Nigeria –  kann man nur zu dem Schluss kommen, dass dies den beiden monotheistischen Religionen immanent ist.

Man könnte hierbei abstellen auf einzelne Passagen in Bibel oder Koran. Jedoch muss man leider unterstellen, dass nur die wenigsten Anhänger dieser Religionen ihre ach so heiligen Bücher überhaupt durchgelesen haben. Aus gutem Grund wird häufig nur bruchstückhaft zitiert.

Der tatsächliche Grund liegt in den jeweiligen Gottheiten selbst, nicht im Monotheismus ansich, sondern in diesen ganz speziellen Gottheiten: Diesen wird gehuldigt, man unterwirft sich ihnen, bezeichnet sie als Herrn – nicht im Sinne von „Herr Müller“, sondern im Sinne eines Herrn-Sklaven, eines Herrn-Knecht-Verhältnisses.

Der eigentliche Punkt aber ist, dass man die Gottesfiguren als ethisch-moralisch gut betrachtet. Behandelt man diese Gottheiten aber wie einen Menschen, so kommt man zu dem Schluss, dass sich beide Gottheiten im Grunde Schwerverbrecher sind. Abgesehen von den Massenmorden durch Sintflut und sonstige „unbedeutendere“ Morde haben beide Gottheiten eine Folterkammer (Hölle) eingerichtet, die bestimmt ist für die Menschen, die anderen Weltanschauungen oder Religionen anhängen. Und nach der Vorstellung der Gläubigen kommen diese Folterkammern auch in besonders langer Zeit zum Einsatz, bis hin zur Unendlichkeit. Im Koran werden die Details sogar besonders detailliert und sadistisch ausformuliert. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass es sich bei der Behandlung der Götter als Menschen um Freiheitsberaubung und schwerste Körperverletzung handeln würde.

Der Grundgedanke, der hinter diesen Religionen steckt ist aber, dass diese Verbrechen der Gottheiten als gerechte Strafe angesehen werden für den Umstand, dass bestimmte Menschen andere Weltanschauungen haben. Wenn sich diese Phantasien auch auf das Jenseits beziehen und somit die Verbreitung dieser Folterphantasien – die jedenfalls hinsichtlich des Korans den Vorstellungen eines Marquee de Sade in nichts nachstehen –  in keiner Gesellschaft konkrete Strafen nach sich zieht, steht dahinter die Grundauffassung, dass die Menschen anderer Weltanschauungen im Grunde schwerst gefoltert werden sollten, dass diese quasi keine Rechte verdienen.

Aus dieser latenten Grundauffassung rührt die Missachtung Andersdenkender als Menschen und die schnellere Bereitschaft, reale Verbrechen gegenüber diesen Menschen zu verüben.

Es ist daher hervorzuheben, dass die grundsätzlichen Moralauffassungen von Christentum und Islam übelster Sorte sind und ethisch-moralisch höchst verwerflich sind.

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Küngs Hölle

Folgendes berichtet Kreuznet:

„Am Montag sagte der Schweizer Theolog, Hw. Hans Küng, in der Fernsehsendung „Beckmann“ des „Ersten Deutschen Fernsehens“, daß er den Atheismus nicht für vernünftig hält. Er glaubt an den Himmel und fürchtet sich nicht vor dem Tod: „Ich hätte Angst vor einem endlosen Leiden.“

Was soll man davon halten? Nach dem Motto: Vorsichtshalber mal lieber dem Jahwe huldigen, bevor man in der Hölle landet?

Lieber Herr Küng, Sie glauben doch nicht allen ernstes, dass ein derart unintellektuelles Propagandaargument auch nur einen einzigen Atheisten beeindruckt? Vielleicht weiß Ihre Gottheit auch, dass es keinen Grund gibt, an sie zu glauben, so dass sie dann vielleicht gerade die Atheisten in den Himmel schickt und die Theisten in die Hölle, weil sie so blindlings irgendetwas geglaubt haben?

In der Phantasie kann man es sich stets drehen, wie man will.

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Mit Gott und den Faschisten

Video mit Karlheinz Deschner.

Gott mit uns, Gürtelschnalle der Wehrmacht

Gerne benutzten Christen den Hinweis, der Nationalsozialismus sei ohne den bösen Atheismus gar nicht möglich gewesen – dabei war Hitler zeitlebens Katholik und wurde von seiner Glaubensgemeinschaft lediglich einmal verwarnt: Als er an der Hochzeit des geschiedenen Göbbles teilnahm. „Gott mit uns“ stand auf der Gürtelschnalle der Wehrmacht und Hitler ließ keine Gelegenheit aus, von der „Vorsehung“ zu sprechen.

Deschner bringt die historischen Tatsachen auf den Tisch:

„In zwölf Folgen zu je knapp zehn Minuten unter dem Serientitel „Mit Gott und den Faschisten“ beweist Deutschlands bedeutendster Kirchenkritiker, daß die „Stellvertreter Gottes“ im Vatikan, von Leo XIII. bis Pius XII. wesentlich zur Herrschaft des Faschismus in Italien, Spanien, Deutschland und Jugoslawien und damit zu den politischen Katastrophen und zum Völkermord im 20. Jahrhundert beigetragen haben.“ berichtet die Neue Rheinische Zeitung (NRhZ-online).

Suggestion im Kindesalter

Im frühkindlichen Alter greifen Suggestionen am besten. Und: Niemand weiß es besser, als die Christen, dass jede religiöse Werbung scheitert, wenn die Suggestion, dass es eine Gottheit gäbe, erst in einem Alter einsetzt, in dem die Kinder bereits in der Lage sind, den Wahrheitsgehalt der Aussagen von Autoritätspersonen selbständig zu hinterfragen.

Deswegen gibt es jetzt „Lieber Gott ich freu mich so, Kindergebete zum Mitmachen“ – damit die Suggestion rechtzeitig greift; damit Manipulation wirkt, wenn der Intellekt noch nicht ausgereift ist. Und nicht gleich mit den dunklen Seiten der Religion konfrontieren.  Ein Missbrauch der Erziehungsgewalt ist dies allemal.