Papst spricht, ohne etwas zu sagen

Papsthut, innen hohl

Der Papst sagt nichts. Nichts zu Deutschland, dies interessiert ihn nicht, jetzt nicht jedenfalls. Er muss sich erst überlegen, was er sagt, zu seinen eigenen Verfehlungen, zur pervertierten Sexuallehre der katholischen Kirche, der Verteufelung des Sexualtriebes, dem Lavieren und Relativieren der deutschen Bischöfe.

Den Bischöfen fehlt es an moralischem Rückrad: Bei ihnen steht immer noch ihr eigener Verein über allem anderen, ihnen fehlt es an einer menschlichen Moral ansich – so jedenfalls der Eindruck, wobei nicht zu vergessen ist, dass gerade die radikalsten am ehesten zur Presse durchdringen, so ist es organisiert, so ist es gewollt.

Missbrauchsvorwürfe, bloß um die Kirche durch den Kakao zu ziehen

Jetzt wissen wir es alle: Es geht nicht um Aufklärung der Fälle sexuellen Missbrauchs und der dringenden Forderung nach Prävention solcher Taten, sondern vorrangig darum, die katholische Kirche zu beschädigen. So in etwa sieht es das Bistum Regensburg.

http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=3989

Mittelalterlicher Protzbau ohne Moral: Regensburger Dom

Zugegeben: Der katholische Aberglauben gehört als solcher bereits aufgeklärt. Andererseits wurden doch nachweislich gerade im Bistum Regensburg die Dinge unter der Decke gehalten, um nicht das Ansehen der Kirche zu beschädigen. Gerade durch dieses Herunterspielen aber wird ein wesentlicher Präventionseffekt wesentlich vereitelt:

Hinsichtlich des Falles des 22fachen Missbrauchs durch einen Wiederholungstäter (!) gerade im Bistum Regensburg hatte der Richter seinerzeit Bischof Müller von Regensburg direkt kritisiert: Man habe den pädophilen Priester „in eine Versuchungssituation geführt. Das ist so, als stellt man einen wegen Untreue verurteilten Täter bei einer Bank an“.

Im O-Ton heißt es auf der Seite des Bistums Regensburg, in an Dreistigkeit kaum zu überbietender Formulierung:

Missbrauchte Pressefreiheit lässt sich nicht mehr unterscheiden von einer Diffamierungs-Lizenz, mit der man scheinbar legal all diejenigen Personen und Glaubensgemeinschaften ihrer Ehre und Würde beraubt, die sich dem totalitären Herrschaftsanspruch des Neo-Atheismus und der Diktatur des Relativismus nicht fügen.

Mit anderen Worten: Die Kritik am sexuellen Missbrauch ist nicht mehr von der Pressefreiheit gedeckt, sondern wird missbraucht, die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch diene der Diffamierung und zwar rechtswidrig (nur scheinbar legal).

Uns scheint, die katholische Kirche sieht ihren Fels des totalitären Moralanspruchs angekrazt, der gegenwärtig so fest aussieht wie ein schweizer Käse und es wird dort versucht, die Verbrechen der Geistlichen Kinderschänder  mit allen mitteln zu relativieren, d. h. nach Möglichkeit herabzuspielen, abzulenken und Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen. Als ob Kinderschändung eine Frage von Gottesglauben gegen Atheismus wäre!

Im Bistum Regensburg scheint es nur noch um „wir oder die“ zu gehen, einige Personen haben dort wohl den Horizont für die Unterscheidung von Gut und Böse aufgegeben. Aufklärung ist bereits deshalb böse, weil sie der katholischen Kirche schaden kann oder möglicherweise von Atheisten betrieben wird.

In grotesker Weise wird dort auf den Spiegel geschimpft, dieser verletze die Menschenwürde, und das Zölibat sei  eine „…freie Selbstverpflichtung zu einem ehelosen Leben…“ Was daran wohl frei sein soll, wenn jemand, der den Beruf des Pfarrer nach einem langwierigien Studium erst einmal ergriffen hat, wohl kaum ohne seinen Job zu verlieren seine Meinung ändern  und nun eine Frau heiraten kann, wie es sein unveräußerliches Menschenrecht ist, wie es nur Recht und Billig ist, wenn der Priester sich verliebt, statt diese höchste Emotion von Berufs wegen nun zu unterdrücken. Tatsächlich ist es so, dass der Arbeitgeber katholische Kirche die Menschenwürde seiner Mitarbeiter gröblichst mit Füßen tritt, indem er deren Verzicht auf Menschenrecht vom Job abhängig macht. Wer würde überhaupt ein katholisches Theologiestudium beginnen, wer sich der ganzen Amoralität und Illegitimität dieses Verlangens zur Gänze bewusst ist? Wer würde sich für Nichts und wieder nichts sein ganzes Leben zerstören wollen um der Taktik der katholischen Kirche zu dienen – denn aus der Bibel ist das Zölibat oder ein Verbot der Selbstbefriedigung gar nicht vernünftig ableitbar.

Die eigene verdrehte Sexualmoral stellt man gerne schon mal so dar, dass man sie gänzlich missverstehen kann:

„… Die katholische Sexualmoral ist von einem ganzheitlichen Menschenbild geprägt. … Darum ist die personale Liebe das wesensbestimmende Moment der Gemeinschaft des Leibes und des Lebens der Ehepartner. Die in der Schöpfungsordnung begründete Ehe eines Mannes mit einer Frau partizipiert als Ehe unter Christen an der sakramentalen Einheit von Christus und Kirche und stellt sie dar. Sie ist der Ursprung der Familie als Gemeinschaft von Vater und Mutter mit ihren Töchtern und Söhnen… “

Tatsächlich stellt es sich anders dar: Selbst in den Aidsverseuchten Gegenden Afrikas predigt man gegen Kondome. Nach dem noch von Dr. Ratzinger selbst als Papst abgesegneten kleinen Katechismus ist Sex selbst in der Ehe nur zum Zeck der Kinderzeugung erlaubt, Geschlechtsverkehr auch in der Ehe unter Verwendung von Verhütungsmitteln gar nicht und Selbstbefriedigung ist schon erst recht eine schwere Sünde. Die Hervorhebung, dass der sexuelle Missbrauch an Kindern ja nicht nur eine Straftat, sondern auch eine schwere Sünde sei, relativiert sich mit derlei Einordnungen natürlich bis zur Unkenntlichkeit: Immerhin kann eine schwere Sünde ansich ja nichts verwerfliches sein, wenn sogar die Selbstbefriedigung oder Sex mit Verhütungsmitteln eine solche ist – wohlmöglich ohne katholische Ehe, Gott bewahre…

Missbrauch und Zölibat

Sexueller Missbrauch von Kindern ist kein spezifisches Problem der katholischen Kirche. Es hat weder etwas mit dem Zölibat zu tun, noch mit Homosexualität, noch mit der katholischen Sexuallehre. Deshalb brauchen wir auch keinen runden Tisch speziell für die katholische Kirche“, sagte Erzbischof und Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch der Welt am Sonntag.

Nimmt man die Zahlen ohne Sinn und Verstand, ist tatsächlich nicht zu

GNU-Lizenz, Urheber Schwarzwälder, genaueres im Fuß des Artikels

erkennen, dass die Priester im negativen Sinne auffällig sind.

Allerdings ist es so, dass Pfarrer und dergleichen nicht regelmäßig mit Kindern in Kontakt stehen, weil sie keine eigenen haben. Es handelt sich schließlich auch um einen Missbrauch fremder Kinder. Wegen der Gelegenheiten und dem besonderen Verhältnis innerhalb der Familie ist der sexuelle Missbrauch durch Priester daher eher in Relation zu setzen zu den sonstigen Missbrauchszahlen hinsichtlich fremder Kinder außerhalb des Haushalts. Die Straftaten müssten eher zu den Missbrauchszahlen in Sportvereinen in Relation gesetzt werden oder bei Kinderärzten, besser noch: Zu Missbrauchzahlen durch evangelische Geistliche.

Dort sind aber keinerlei Zahlen vorhanden, die in irgendeinem Kontext zum Amt stehen würden.

Vergleicht man evangelische Pfarrer mit katholischen, wird auch das Organisationsverschulden offenkundig: Man gibt den Priestern einfach keine Gelegenheit zum Missbrauch. Man hört dies immer wieder: Ministranten werden missbraucht. Was ein Ministrant ist und wozu er dient, ist für außenstehende schwer nachvollziehbar. Es handelt sich wohl um Kinder, die als Handlanger während des Gottesdienstes herhalten müssen. Das Problem scheint aber zu sein, dass die Kinder in diesem Zusammenhang auch mit den Priestern allein sein müssen oder sich sogar umziehen müssen (?), um ihre Ministrantengewänder anzuziehen.

Genau diese Einrichtung der Ministranten ist eine rein katholische Erfindung und hat auch mit dem christlichen Glauben nichts zu tun. Es gibt keine evangelischen Ministranten.

Der Umstand, dass das Priesteramt durch das Zölibat sexualisiert wird und damit von vornherein ein unnatürlichen Sexualleben fordert, dürfte sein Übriges tun.

Der innerfamiliäre Missbrauch ist tatsächlich ein Thema, dass keineswegs durch einen solchen Vorwurf relativiert werden soll. Es hat aber einen ganz anderen thematischen Hintergrund.

Es lässt sich zusammenfassen: Zollitsch will mit Zölibat und Ministranten genau die Punkte erhalten, die den Missbrauch erst befördern und verursachen.

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Sex Mixa

„Das Grauen“ von Armatus Liandri

Zölibatär lebende Priester sind in der Regel sexuell völlig normal orientiert, verzichten aber in der Nachfolge Christi in einer bewussten Entscheidung auf Ehe und Sexualität.“ Meinte Bischof Mixa in seinem Interview an die Augsburger Allgemeine vom 16.02.2010.

Dazu bleibt festzuhalten, dass Priester sich von anderen Menschen ihr Sexualleben vorschreiben lassen, insbesondere von ihrem Arbeitgeber. Dazu gehört nicht nur, dass sie keinen Sex haben, sondern auch keinerlei Selbstbefriedigung betreiben. Wie das gehen soll, ohne dass irgendwann das Gemächt platzt oder das Laken eingesaut wird, hat der Herr Bischof noch nicht erkennen lassen.

Daraus, dass  jemand einem solchen Beruf mit widernatürlichen abnormalen Sex-Vorschriften ergreift, soll man jetzt nicht etwa schließen, dass die Person nicht ganz normal sei.

Was aber hat das ganze mit dem Nacheifern von Jesus Christus zu tun? Es ist zwar einiges über diesen geschrieben in der Bibel, es steht jedoch nirgends, dass er keinen Sex hatte, insbesondere dass er nicht masturbiert hat. Wie pervers müsste auch einer sein, um soetwas über einen anderen Menschen in ein Buch zu schreiben? Das muss man sich mal vorstellen, wenn jemand  eine Biographie über Horst Köhler schriebe, und darin erörtert werden würde, ob er es sich auch mal selbst macht.

Bei einem Pornostar wären derartige Fragestellungen vielleicht erörterungsfähig. Oder sehen manche Menschen in der teils halbnackend am Kreuze dargestellten Leiche bewusst oder unbewusst ein Objekt sexueller Begierde? Oder ist es bei den Priestern bereits die Lust, den eigenen Körper durch Sex-Entzug zu quälen, um den Schmerzensqualen des Jesus näher zu sein? Wie muss jemand drauf sein, um einen Arbeitgeber mit Sex-Vorschriften überhaupt in Betracht zu ziehen, sofern es sich nicht um ein  Bordell handelt?

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Dreistellige Missbrauchszahlen bei Casinius

Die Tagesschau berichtet:

Am katholischen Canisius-Kolleg in Berlin könnten weit mehr Schüler sexuell missbraucht worden sein als bisher angenommen. Der Rektor des Gymnasiums, Pater Klaus Mertes, sagte der „Berliner Zeitung“, er halte es inzwischen für möglich, dass die Zahl der Opfer dreistellig sei. …

Das sogenannte Elite-Gymnasium – Elite des sexuellen Missbrauchs vielleicht? Natürlich hat das alles rein gar nichts mit den katholischen Sex-Vorschriften zu tun. Und die Missbrauchsfälle sollen wohl in Relation zu Missbrauch durch sonstige Lehrer auch nicht relevant sein?

Sexueller Missbrauch an Jesuiten-Gymnasium

Die selbe Problematik, die auch sonst bei den Messdienern zu Tage tritt, schlägt sich auch hier wieder nieder: Es werden nicht Kinder in irgendwelchen Gymnasien serienmäßig sexuell missbraucht, sondern es handelt sich um homosexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen, wo die Täter zölibatär leben (oder leben sollen).

Es geht zwar primär um die Aufklärung von Einzelfällen. Mit der Bestrafung der Täter ist es aber nicht getan, es handelt sich um ein weltweites strukturelles Problem zölibatärer, katholischer Einrichtungen. Das Prfoblem ist lange bekannt: Man muss für das Verhalten der Kirche in diesem Punkt keinerlei Verständnis aufbringen.

Es wird hier auf die bisherigen Artikel verwiesen (1) (2).

Übrigens ist das Zölibat eine rein katholische Einrichtung, die sich nicht aus der Bibel herleiten lässt. Dort werden noch nicht einmal Pfarrer oder auch nur eine Kirche erwähnt. Das Zölibat hat es zudem auch in der katholischen Kirche nicht immer gegeben.

Religion gesundheitsschädlich! Habt Sex!

Die Welt berichtet in einem Artikel vom 22.01.2010 „Sex im Alter wichtiger als Sport im Alter“:

„Orgasmen verlängern das Leben. Beim sexuellen Höhepunkt schüttet der Körper Endorphine aus, die das Immunsystem stärken. Außerdem macht Befriedigung glücklich und das wiederum schützt vor Schlaganfällen. Deshalb sollen Männer und Frauen viel Sex haben und mit ihrem Arzt darüber reden — vor allem im Alter.“

Wir schließen im Umkehrschluss, dass Sexverzicht im Alter gesundheitsschädlich ist.

Bestimmte Religionen schreiben den Sexverzicht für bestimmte Personengruppen vor (Keuschheit gilt auch für Selbstbefriedigung).

Ergo sind Religionen mit Sexvorschriften gesundheitsschädlich.