Die Päderasten sind alle schwul!

Kurienkardinal Bertone schiebt die Schuld am sexuellen Missbrauch durch Priester auf die Homosexualität, so die Süddeutsche.

Das stimmt schon: Meistens wurden Knaben von Männern missbraucht, also ein Akt der Pädophilie und Homosexualität. Und das sind Eure Priester!

Vielleicht hat doch einfach nur Satan selbst die Priester verführt? Dann wären sie ja selbst Opfer!

Der Punkt ist aber, dass die Kirche wieder einmal versucht, mit hanebüchenem Unsinn von der eigenen Verdorbenheit abzulenken: Zu einem Problem sind die Päderasten dür die Kirche doch nur deshalb geworden, weil sie sich selbst zuerst einen sagenhaften moralischen Dünkel angemaßt haben und zudem sogar jedes Gespräch über die Sexualität tabuisiert und Sex als böse – als „Sünde“ – hingestellt haben. Genau das hat zu der Mauer des Schweigens, versteckens und Vertuschens geführt, dass derartige Serientaten ermöglicht hat.

Und genau damit macht die Kirche weiter: So lange keine anderen Menschen darunter zu leiden haben, kann es der Kirche nämlich schnurzegal sein, ob ihr Priester nun sonstwie veranlagt ist. Und erst recht hat sie sich kein Urteil über die Sexualität außerhalb der Kirche stehender Menschen zu erlauben. Die kath. Kirche lebt eben doch noch mit einem Bein im Mittelalter.

Mal ganz davon abgesehen, dass die Kirchenfürsten immer noch Dr. Ratzinger als „heiliges“ Vorbild vor sich haben, der ja nun selbst mehrfach richtig tief ins Klo gegriffen hat.

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Papst verhaften lassen?

Dawkins und Hitchens werfen dem Papst vor, die Vorkommnisse um die Kinderschändungen gezielt verschleiert zu haben und wollen ihn verhaften lassen:

Dawkins und Sherine, Urheberin: Zoe Margolis, Lizenzen siehe Fuß des Artikels

„Geht es nach dem Willen der Atheisten, soll die britische Justiz beim geplanten Großbritannien-Besuch des Papstes vom 16. bis 19. September zuschlagen. Dann soll Benedikt XVI. London, Glasgow und Coventry besuchen. Dawkins und Hitchens werfen dem Kirchenführer Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Das ist ein völkerstrafrechtlicher Tatbestand, der seit den Nürnberger Prozessen im Jahr 1945 verwendet wird. Dabei geht es nach dem Verständnis des Internationalen Strafgerichtshofes normalerweise um Taten, die weit verbreitet oder systematisch sein müssen.“ Berichtet der Spiegel online am 11.04.2010.

Ob das Bestreben juristisch ernst zu nehmen ist, wird dabei wohl eine eher zweitrangige Frage sein: Vorrangig geht es darum, zu seigen, für wie weit unter aller Sau Dawkins und Hitchens das Verhalten des alten Hardliners Ratzinger halten. Geht es doch um nicht weniger, als um den Schutz minderjähriger Kinder.

Bildlizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic, Urheberin:  Zoe Margolis

Islamische Kinderschänder?

Im Jemen hat die Planung eines Gesetzes zur Einführung eines Mindestalters für Eheschließungen zu massiven Protesten geführt.

Jemen, Urheber: Wikipedia-Nutzer Ief

„Zahlreiche Muslime lehnen die Einführung eines Mindestalters für Eheschließungen mit der Begründung ab, dies sei im Islam nicht vorgesehen.

Staatswappen des Jemen

Sie verweisen darauf, dass der Prophet Mohammed seine Frau Aisha als Neunjährige geheiratet ha

be. Im Jemen, einem der ärmstenLänder der Welt, ist die Verheiratung von Minderjährigen weit verbreitet. Im vergangenen Jahr war eine zwangsverheiratete Zwölfjährige bei der Totgeburt ihres Kindes gestorben.“ Berichtet die Wiener Zeitung am 23.03.2010.

Wir finden die Argumentation etwas unintellektuell. Wo bleibt das Argument? Selbst wenn Mohammed ein Kinderschänder gewesen wäre, würde das bedeuten, dass das richtig und erlaubt sein sollte?

Das letzte Aufgebot

Die Bundesjustizministerin der Justiz Leutheusser Schnarrenberger sei Mitglied “einer Vereinigung nach Art der Freimaurer, die Pädophilie als eine normale Sache darstellt, die straffrei zu stellen ist”, meinte Bischof Müller von Regensburg laut einer gefilmten Aussage bei der Zeitung La Stampa, so die Welt.

Gemeint ist die die humanistische Union, diese wehrt sich wegen Verleumdung, die Freimaurer beschweren sich, mit Pädophelie in einem Athemzug genannt zu werden.

Ein gelungenes Ablenkungsmannöver vom sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Das letzte Aufgebot. Nützen wird es der katholischen Kirche nicht.

Näheres berichtet -> dieser Blog.

Missbrauchsvorwürfe, bloß um die Kirche durch den Kakao zu ziehen

Jetzt wissen wir es alle: Es geht nicht um Aufklärung der Fälle sexuellen Missbrauchs und der dringenden Forderung nach Prävention solcher Taten, sondern vorrangig darum, die katholische Kirche zu beschädigen. So in etwa sieht es das Bistum Regensburg.

http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=3989

Mittelalterlicher Protzbau ohne Moral: Regensburger Dom

Zugegeben: Der katholische Aberglauben gehört als solcher bereits aufgeklärt. Andererseits wurden doch nachweislich gerade im Bistum Regensburg die Dinge unter der Decke gehalten, um nicht das Ansehen der Kirche zu beschädigen. Gerade durch dieses Herunterspielen aber wird ein wesentlicher Präventionseffekt wesentlich vereitelt:

Hinsichtlich des Falles des 22fachen Missbrauchs durch einen Wiederholungstäter (!) gerade im Bistum Regensburg hatte der Richter seinerzeit Bischof Müller von Regensburg direkt kritisiert: Man habe den pädophilen Priester „in eine Versuchungssituation geführt. Das ist so, als stellt man einen wegen Untreue verurteilten Täter bei einer Bank an“.

Im O-Ton heißt es auf der Seite des Bistums Regensburg, in an Dreistigkeit kaum zu überbietender Formulierung:

Missbrauchte Pressefreiheit lässt sich nicht mehr unterscheiden von einer Diffamierungs-Lizenz, mit der man scheinbar legal all diejenigen Personen und Glaubensgemeinschaften ihrer Ehre und Würde beraubt, die sich dem totalitären Herrschaftsanspruch des Neo-Atheismus und der Diktatur des Relativismus nicht fügen.

Mit anderen Worten: Die Kritik am sexuellen Missbrauch ist nicht mehr von der Pressefreiheit gedeckt, sondern wird missbraucht, die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch diene der Diffamierung und zwar rechtswidrig (nur scheinbar legal).

Uns scheint, die katholische Kirche sieht ihren Fels des totalitären Moralanspruchs angekrazt, der gegenwärtig so fest aussieht wie ein schweizer Käse und es wird dort versucht, die Verbrechen der Geistlichen Kinderschänder  mit allen mitteln zu relativieren, d. h. nach Möglichkeit herabzuspielen, abzulenken und Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen. Als ob Kinderschändung eine Frage von Gottesglauben gegen Atheismus wäre!

Im Bistum Regensburg scheint es nur noch um „wir oder die“ zu gehen, einige Personen haben dort wohl den Horizont für die Unterscheidung von Gut und Böse aufgegeben. Aufklärung ist bereits deshalb böse, weil sie der katholischen Kirche schaden kann oder möglicherweise von Atheisten betrieben wird.

In grotesker Weise wird dort auf den Spiegel geschimpft, dieser verletze die Menschenwürde, und das Zölibat sei  eine „…freie Selbstverpflichtung zu einem ehelosen Leben…“ Was daran wohl frei sein soll, wenn jemand, der den Beruf des Pfarrer nach einem langwierigien Studium erst einmal ergriffen hat, wohl kaum ohne seinen Job zu verlieren seine Meinung ändern  und nun eine Frau heiraten kann, wie es sein unveräußerliches Menschenrecht ist, wie es nur Recht und Billig ist, wenn der Priester sich verliebt, statt diese höchste Emotion von Berufs wegen nun zu unterdrücken. Tatsächlich ist es so, dass der Arbeitgeber katholische Kirche die Menschenwürde seiner Mitarbeiter gröblichst mit Füßen tritt, indem er deren Verzicht auf Menschenrecht vom Job abhängig macht. Wer würde überhaupt ein katholisches Theologiestudium beginnen, wer sich der ganzen Amoralität und Illegitimität dieses Verlangens zur Gänze bewusst ist? Wer würde sich für Nichts und wieder nichts sein ganzes Leben zerstören wollen um der Taktik der katholischen Kirche zu dienen – denn aus der Bibel ist das Zölibat oder ein Verbot der Selbstbefriedigung gar nicht vernünftig ableitbar.

Die eigene verdrehte Sexualmoral stellt man gerne schon mal so dar, dass man sie gänzlich missverstehen kann:

„… Die katholische Sexualmoral ist von einem ganzheitlichen Menschenbild geprägt. … Darum ist die personale Liebe das wesensbestimmende Moment der Gemeinschaft des Leibes und des Lebens der Ehepartner. Die in der Schöpfungsordnung begründete Ehe eines Mannes mit einer Frau partizipiert als Ehe unter Christen an der sakramentalen Einheit von Christus und Kirche und stellt sie dar. Sie ist der Ursprung der Familie als Gemeinschaft von Vater und Mutter mit ihren Töchtern und Söhnen… “

Tatsächlich stellt es sich anders dar: Selbst in den Aidsverseuchten Gegenden Afrikas predigt man gegen Kondome. Nach dem noch von Dr. Ratzinger selbst als Papst abgesegneten kleinen Katechismus ist Sex selbst in der Ehe nur zum Zeck der Kinderzeugung erlaubt, Geschlechtsverkehr auch in der Ehe unter Verwendung von Verhütungsmitteln gar nicht und Selbstbefriedigung ist schon erst recht eine schwere Sünde. Die Hervorhebung, dass der sexuelle Missbrauch an Kindern ja nicht nur eine Straftat, sondern auch eine schwere Sünde sei, relativiert sich mit derlei Einordnungen natürlich bis zur Unkenntlichkeit: Immerhin kann eine schwere Sünde ansich ja nichts verwerfliches sein, wenn sogar die Selbstbefriedigung oder Sex mit Verhütungsmitteln eine solche ist – wohlmöglich ohne katholische Ehe, Gott bewahre…