Ratzingers Reichstag

Der heilige Stuhl, von Armatus Liandri, Creative Commons Namensnennung (auch unter dem Titel: „Iiih, das ist ja Stuhl!“)

Nachdem die Berichterstattung über die Papst-Proteste im Staatsfernsehen klein gehalten werden und Ratzinger wie ein seriöser Staats-Chef gefeiert wird, muss nun doch noch einmal etwas klargestellt werden:Dr. Ratzinger durfte nur deshalb vor dem Reichstag sprechen, weil er Staatsoberhaupt ist, wenn auch einziger absolutistisch herrschender Diktator in Europa: Und genau so sollte man ihn eigentlich auch behandeln, als Herrscher ohne jede akzeptable Legitimation!
Ohne Muß-Olini, der den Vatikanstaat überhaupt erst wieder errichtet hat, würde es so einen Mikrobenstaat gar nicht geben, der niemand anderem nützt als der diktatorisch organisierten Religionsgesellschaft Katholische Kirche.Statt dessen wird er gar nicht als Diktator behandelt, sondern wie der Chef einer Religionsgesellschaft: Genau dies stellt eine Verletzung der Menschenrechte durch das Deutsche Parlament und das Staatsoberhaupt dar, nämlich eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes, denn die anderen Vertreter der Religionsgesellschaften und Weltanschauungsgesellschaften dürfen nämlich keineswegs dort sprechen und sie werden auch niemals derart vom Bundespräsidenten empfangen werden. So ist es eben einfach nur eine dreiste Rechtsverletzung und staatsfinanzierte Werbung für die Katholische Kirche, wenn Parlamentarier dort hingehen und sich selbst loben, sie würden sich eben alles anhören, was dort gesagt werde. Meinungsfreiheit ist das eben nicht, wenn nur die eine Seite sprechen darf!Geradezu unerträglich war dann auch die Rede von Katholik Christian Wulff, die sich anhörte, als wäre er selbst gerne Pfarrer geworden: Hätte er so mit Königin Elisabeth II. geredet, die immerhin auch das diktatorische Oberhaupt der Anglikanischen Kirsche ist?

Bei allem Unsinn über den „Philosophenpapst“ möchte ich noch einmal hervorheben, dass die kath. Kirsche letztendlich eine unterirdische Philosophie vertritt, in Sexualfragen und Gesellschaftsfragen reaktionär ist und in ihrer Organisationsform Kinderschändungen Vorschub geleistet hat und dies wohl auch in der Zukunft tun wird. Der eigentliche Punkt, der mich als Naturalisten jedoch eindeutig von Herrn Dr. Ratzinger trennt, ist der von ihm vertretene Animismus und Aberglaube, wie man ihn in den allermeisten primitiven Kulturen vorfindet.

Koranverbrennung

Nachdem der US-Prediger Terry Jones seinen Koran verbrannt hatte, führte dies mal wieder zu Massenmorden islamisch motivierter Verbrecher, 8 UN-Mitarbeiter wurden kurzerhand vom Mob umgebracht und es folgten noch weitere Gewalttaten mit über 80 Verletzten.

Unser Präsident Obama verurteilte nun die Koranverbrennung als falsch: Man solle keine heiligen Bücher verbrennen.

Urheber: Klein, Lizenz: CC, siehe unten.

Liegt er damit richtig? Wären die Massaker der Moslems lediglich der kulturellen Unterentwicklung ganzer Landstriche geschuldet, die sich wie Steinzeitmenschen benehmen, hätte er damit vielleicht Recht: Tatsächlich beruhen aber gerade die jetzt vorgefallenen Morde auf dem Inhalt des Korans selbst, in dem zu Mord und Totschlag gegenüber Andersgläubigen aufgerufen wird. In Deutschland müsste soetwas eigentlich als Volksverhetzung verboten werden, denn im Vergleich dazu liest sich etwa Hitlers „Mein Kampf“ wie eine zivilisierte Abendlektüre – und die ist dort verboten.

Hier in den USA kennt man soetwas wie Volksverhetzung nicht, weil jede Meinungsäußerung durch die Bill of Rights gedeckt ist. Dies treffe sogar für die Koranverbrennung zu, erkannte der Präsident ganz richtig: Richtigerweise hätte er sagen müssen, dass dies sogar für den Koran zutreffe!

Denn genau das ist ja fraglich, ob die Meinungsfreiheit auch die Meinungsäußerung schützen sollte, die Meinungsfreiheit selbst abzuschaffen; ob die Menschenrechte garantieren sollten, die Forderung auch nach Abschaffung der Menschenrechte zu schützen: Die Deutschen meinen, man stelle hiermit die Meinungsfreiheit auf den Kopf und ziehen damit die Konsequenzen aus den 20ger-Jahren und aus Hitler.

Der Koran ist ein solcher volksverhetzender Text: Er ist nicht nur irrational, er ist mit seinen Mordaufrufen auch schlicht böse. Ein solches Buch ist nicht heilig und es gehört auch nicht respektiert. Wenn jemand den Text in friedlicher Hinsicht interpretiert, dann ist das seine Sache, allein die Verbreitung dieses Buches führt nachweislich auf allen Teilen der Erde zu Problemen, zu irrem Morden und Menschenrechtsverletzungen, wo er sich durchsetzt: Der Koran gehört verboten!

Es wäre das beste für die Welt, wenn alle Korane auf der Erde verbrannt und alle elektronischen Versionen gelöscht werden würden, damit diese menschenfeindliche Ideologie aus den Köpfen der Menschen gelöscht wird. Die friedlichen Moslems sind kläglich gescheitert in dem Bestreben, eine friedliche Interpretation des Textes durchzusetzen.

Die Bücherverbrennung ist zwar ansich ein eher archaischer Akt und erzeugt in Deutschland schlechte Erinnerungen an die Nazi-Zeit: Alle Texte aber gehören vernichtet, die die Menschenrechte bekämpfen und die zu Verbrechen aufrufen! Jones hat lustigerweise auch dazu aufgerufen, den Koran auch zu ertränken und zu erhängen, da er die Todesstrafe verdiene: Notfalls kann man den Koran dann eben schreddern – oder in der harmlosen Version eines Geert Wilders nur bestimmte Seiten daraus, wobei er dies ja gerade von den Moslems selbst gefordert hat: Nicht ganz abwegig, wenn sie mit diesem Machwerk überhaupt respektiert werden wollen.

Übrigens hat Terry Jones mittlerweile über 300 Morddrohungen erhalten: Allein das ist ein Grund, dieses Machwerk zu verbieten.

Bildbeschreibung: „ADN-Zentralbild / Klein / 2.6.1955/ Schmutz- und Schundliteratur auf den Scheiterhaufen warfen die Schülerinnen, Schüler und Jungen Pioniere der 18. Grundschule in Berlin-Pankow (Buchholz) am Abend des Internationalen Kindertages 1955. Sie gaben damit den Auftakt für eine Welle von Elternversammlungen, in denen ein Verbot der Schund- und Schmutzliteratur für das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik und Groß-Berlin durch ein Gesetz gefordert wird.“ Quelle: Wikipedia/ Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 183-30858-001; Urheber: Klein; Lizenz: Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland

Kein Menschenrecht der Kruzifixfreiheit

„Der Wiedergänger“ von Armatus Liandri

Mit der Rechtsprechung geht es mal hüh und mal hott: Das eine Gericht meint, die Kreuze verstoßen gegen die Verfassung, das andere nicht, die eine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hielt noch im November 2009 das Anbringen von Kreuzen in öffentlichen Schulen für eine Menschenrechtsverletzung, jetzt stellte das selbe Gericht (in anderer Besetzung) fest, dass dies nicht der Fall sei:

Man wisse nicht einmal, ob überhaupt jemand durch so ein Kreuz beeinflusst werde: Naja, irgendwer wird sich schon aufgeregt haben, sonst wäre ja wohl nicht geklagt worden!

Aus dem Gleichheitsgrundsatz in Verbindung mit der Weltanschauungsfreiheit ergibt sich die Verpflichtung des Staates zu weltanschaulicher und religiöser Neutralität: Insbesondere dürfen sich die Atheisten sehr wohl gegen staatliche Zwangsmissionierung wehren.

Mit seiner Entscheidung hat das Gericht aber einen ganz anderen Tenor geschaffen: Ich lese daraus, dass sich die Leute nicht so anstellen sollen, es ist doch nur ein Kreuz! Das Ansehenmüssen einen Kreuzes ist also deshalb keine Menschenrechtsverletzung, weil das Ertragenmüssen im Zweifel eher unerheblich ist. Keine Frage: Manch ein Atheist würde zu Staub zerfallen.

Das ganze lässt sich aber auch schnell umdrehen – im wahrsten Sinne des Wortes; wen wird denn ein auf den Kopf gedrehtes Kruzifixle stören?

Oder wenn Fritzchen Müller dem Gekreuzigten ein Kaugummi auf die Nase klebt? Kommt Leute, um so ein Kreuz schert sich doch eh kein Schwein! Das bloße Anblickenmüssen lustiger Verzierungen wird schon nicht so erheblich sein, dass es die Menschenrechte tangieren würde.

Also: Regt Euch alle ab und habt Spaß! Führt Euch nicht auf wie die Taliban, das Mittelalter ist vorbei!

Diskussion auch auf dem Brightsblog.

Vom Stalinismus der Mina Ahadi

Mina Ahadi, Bild unter Gnu-Lizenz, Urheber Mathias Schindler

Ein Artikel vom Brightsblog:

Vom Stalinismus der Mina Ahadi

Januar 6, 2011 — nickpol

„Der Iran ist wahrlich keine Wohlfühldemokratie. Im Gottesstaat der Ayatollahs und eines fanatisch-konservativen Präsidenten namens Ahmadinedschad gibt es keine Religionsfreiheit, jedenfalls nicht wenn andere Religionen als der schiitische Islam gesellschaftliche  Ambitionen anmelden. Von bürgerlichen Grundrechten und -freiheiten ganz zu schweigen. …“

-> Weiter im Originalartikel

Bildlizenz wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht und lizenziert unter unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 1.0 US-amerikanisch (nicht portiert) , 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) ,
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Uta Ranke-Heinemann: „Sehr geehrter Papst… “

Uta Ranke -Heinemann, erste katholische Theologieprofessorin und erste, die ihre Professur aus Glaubensgründen wieder verlor, Tochter des Bundespräsidenten Heinemann, schrieb einen Brief an den Papst, ihren ehemaligen Komilitonen:

„Sehr geehrter Papst Benedikt,

am 7. August 2004 sah ich im BBC-World-Fersehen eine junge Afrikanerin verzweifelt weinen. Sie hatte gerade erfahren, dass sie sich bei ihrem AIDS-kranken Mann infiziert hatte. Der Reporter fragt erschrocken, warum sie denn kein Kondom benutzt habe? „Ich habe solche Angst vor dem ewigen Höllenfeuer, vor dem unser Pfarrer uns gewarnt hat.“

Der BBC-Reporter fragte daraufhin den afrikanischen Pfarrer, ob es stimme, dass er die Ehefrauen HIV-infizierter Männer vor der Hölle gewarnt habe, wenn sie ein Kondom benutzen. Der Pfarrer sagte: „Ja, auch bei Ansteckung und Todesgefahr sind Kondome nicht erlaubt. Ehefrauen, die sich bei ihrem AIDS-kranken Ehemann angesteckt haben, das sind die Märtyrerinnen für den Glauben unseres Jahrtausends.“

Ohne Erektion kein Segen

Angesichts dieser Tragödie klage ich Sie an, Papst Benedikt, wegen tödlicher Irreführung der Menschheit. Ich klage Sie an, die Schuld für Krankheit und Tod vieler Menschen zu tragen, weil sie unsinnigerweise unerbittlich behaupten, dass Kondome in das ewige Höllenfeuer führen. Ich verlange von Ihnen, allen betroffenen Frauen weltweit die medizinische Versorgung zu finanzieren und ihnen und ihren Familien Schadenersatz zu leisten.

Die Pädophilieskandale haben Ihre Kirche vor allem in den USA viel Geld gekostet. Im „Wir sind Papst“-Deutschland sind die Zahlungen allerdings kläglich. Ich sehe nicht ein, wieso Frauen, die sich mit HIV infizieren und daran sterben, nicht ebenfalls finanzielle Folgen für Sie haben sollten.

Ein italienischer Bischof hat 2008 einem Brautpaar die kirchliche Trauung verweigert, weil der Bräutigam nach einem Autounfall querschnittsgelähmt und auf Dauer impotent ist. Es geht dabei nicht darum, dass der Mann nicht mehr fähig ist zu zeugen, sondern dass er beischlafunfähig ist. Das heißt, dass der Mann nicht in der Lage ist, seinen Samen auf die von Ihrer Kirche vorgeschriebene Art und Weise auf den Weg zu bringen, weil er keine Erektion mehr bekommen kann.

Katholische Priester verstehen zu wenig griechisch

Querschnittsgelähmte und ihre Partnerinnen werden von Ihnen lebenslänglich (Canon 1084 CIC 1983) zwangs-entsexualisiert, da jegliche Intimität nur in der Ehe erlaubt ist, andernfalls Todsünde bedeutet. Es ist unerträglich, dass Sie in Ihrem Kirchenrecht bestimmen, ab welchem Grad der Lähmung eine Frau einen Mann nicht mehr lieben darf, ab welchem Grad der Verletzung ein Mann sein Leben einsam zu Ende zu leben gezwungen wird.

Sie, Papst Benedikt, in ihrem Wahn von einem frauenlosen Männer-Biotop nehmen jede Gelegenheit wahr, die Ehe, wenn nicht zu verunmöglichen, dann wenigstens zu asketisieren, zu eunuchisieren, zu vermönchen und zu zölibatisieren.

Nach der Hochzeit des Mönches Martin Luther mit der Nonne Katharina von Bora wurde 1592 von Ihrem Vorgänger, Papst Clemens VIII., der griechische Urtext des Apostels Paulus in der lateinischen Ausgabe verfälscht. Paulus sagte im 1. Korintherbrief 9, 5: „Habe ich nicht das Recht, eine Ehefrau auf den Reisen mitzunehmen wie die übrigen Apostel und Petrus“. Aus den Ehefrauen der Apostel werden dienende Schwestern, also Haushälterinnen. Und Ihr Vorgänger, Papst Johannes Paul II., erhob die Apostel sogar zu „Predigern und Lehrern des Zölibats“. Da die meisten katholischen Priester zu wenig Griechisch verstehen, stoßen sie nie auf ihr vom Apostel Paulus verbrieftes Recht zu heiraten.

PID-Diskussion wegen päpstlich-marianischer Biologie

Paul Zacchias, Leibarzt des Papstes Innozenz X., vertrat 1661 die Auffassung, die vernunftbegabte Seele werde im Augenblick der Empfängnis eingegossen. Wäre es anders, würde das Fest „Mariä Empfängnis“ eine vernunft- und seelenlose Zelle feiern. Das sei jedoch der allerseligsten Jungfrau „unangemessen“. Diesen Gedanken griff 1854 Pius IX. auf, als er die „unbefleckte Empfängnis Mariens“ zum Dogma erhob. Dabei ging es um den Tag, als Maria von ihrer Mutter Anna empfangen wurde. Und nicht darum, dass  Maria Jesus vom Heiligen Geist empfangen hat, wie 99 Prozent der Deutschen glauben.

„Unbefleckt“ heißt in dem Zusammenhang: „Unbefleckt von Erbsünde“. Pius IX. änderte wegen der Jungfrau Maria 1869 das Kirchenrecht. Bis 1869 unterschied das Kirchenrecht in Anlehnung an Aristoteles zwischen dem beseelten und unbeseelten Fötus. Der männliche Fötus erhält die Seele nach 40 Tagen, der weibliche Fötus nach 80 Tagen, vorher gilt er als „Körperteil der Mutter“ (pars viscerum). Erst die Abtreibung eines beseelten Fötus war von Exkommunikation bedroht. Da man das Geschlecht noch nicht erkennen konnte, galt eine Frist von 80 Tagen.

Weil einem päpstlichen Leibarzt vor 350 Jahren ein vernunftloses Stadium Marias im Mutterleib ihrer Mutter Anna unvorstellbar erschien, haben wir heute die PID-Diskussion und gilt ein sekundenalter Embryo als Person, als Individuum, d.h. Unteilbares, obgleich danach noch Zellteilung stattfinden kann. Aber von dieser päpstlich-marianischen Biologie weiß Frau Merkel vermutlich gar nichts. Und so wird unsere politische Diskussion um die Gentechnik durch pseudoreligiöse Ideologien der Päpste behindert.“

Quelle: idea.de, 16.11.2010

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Lucifer

Der Lucifer – ähh, pardon, Feuerbringer – lässt auf seinem Blog keine Kommentare mehr zu. Naja, dann sind ja wieder alle auf einer Stufe, denn meine Kommentare wurden dort ohnehin zensiert. Leider wurde ich überstimmt und er wird nun wieder verlinkt. Nach Darstellung der Differenzen besteht kein weiterer Grund, die dortige Seite nicht zu verlinken. Ideen hat er ja und selber denken kann er auch.

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Doppelmord mit Vergebung

Vergebung für alles. Vergebung in 5 Minuten. Vergebung einer Schuld, die man nicht vergeben kann, sondern die nur das Opfer vergeben könnte.

Bildbearbeitung: Armatus Liandri, „Vergebung“, Original von Albrecht Dürer

Der Doppelmörder Jan O., der kürzlich in Bodenfelde ohne Sinn und Verstand und aus heiterem Himmel zwei Kinder umbrachte, soll nach der Tat einen Gottesdienst besucht und gebetet haben: Vergebung für sich wird er dort erbeten haben – denn für die toten Kinder zu beten, dafür wäre es ja nun zu spät gewesen.

Auch die Mutter des Mörders wird ihm bereits vergeben haben: „Ich will seine Taten nicht entschuldigen, aber mein Sohn ist auch ein Opfer“ (Bild.de). Was für ein grandioser Blödsinn! Selbst wenn der Mann eine schlechte Kindheit gehabt haben sollte, so steht dies in keinerlei kausalem Zusammenhang zu seinen Morden.

Welch eine Dreistigkeit, hier eine Relation zwischen Mord und schlechter Kindheit herstellen zu wollen: Was hier ins Auge sticht ist der Umstand, dass es die Mutter möglicherweise an ethischer Orientierung hat fehlen lassen, dass dem Mörder nämlich alles und jedes vergeben wurde: „Ich hasse ihn nicht, ich stehe zu ihm – egal, was er getan hat.“ sagt die Mutter in einem Interview der „Allgemeinen Zeitung“ aus Uelzen (Quelle: Die Welt). Wenn die Mutter schon bei der schlimmsten anzunehmenden Verfehlung, einem Doppelmord an zwei Kindern, sofort ohne wenn und aber mit einer Vergebung zur Hand ist, so lässt sich vermuten, dass auch andere Verfehlungen dem Mann in seiner Jugend stets vergeben wurden: Bedingungslos und sogleich. Jeder anständige Mensch hätte der Presse erst einmal mitgeteilt, dass man so eine Tat von dem eigenen Kind nicht erwartet hätte und dass der Mörder erst mal da bleiben soll, wo der Pfeffer wächst! Durch die Worte scheint eine ethische und emotionale Gleichgültigkeit hindurch; das Verhalten der Mutter lässt vermuten, dass dem Mann jede ethische Orientierung zwischen Gut und Böse bereits auf der grundlegendsten emotionalen Ebene in der Erziehung gefehlt hat.

Letztendlich handelt es sich hierbei um blinde Spekulationen und es ist denkbar, dass hier der Mutter Unrecht getan wird, auch durch verkürzte Darstellung ihrer Aussagen in der Presse. Möglicherweise aber hat der Mann deshalb eine schlechte Erziehung genossen und damit eine schlechte Kindheit gehabt, weil es die Mutter an der nötigen ethischen Bewertung seiner Verfehlungen hat missen lassen. Das Verhalten der Mutter des Mörders ist jedenfalls nicht das, was man von einem durchschnittlichen Menschen erwartet hätte.

Zur neuen Kondomdoktrin des Papstes

Wappen Papst Ratzingers CXVI.

An dem Grundsatz, dass Sex verteufelt wird, der nicht der Kindeszeugung dient, hat sich durch die neuen Aussagen des Papstes nichts geändert. Sexueller Hedonismus ist per se böse und führt nach katholischem Aberglauben in die Hölle.

Allerdings sind die jetzigen Aussagen doch positiver zu werten, als zunächst angenommen: Die Aussagen stellen im Rahmen des beengten Blickfeldes der kath. Kirche eine Entzerrung der vormals deutlich radikaleren Aussagen dar: Der Papst erkennt erstmals an, dass es besser ist, Sex mit Kondom zu haben, als alles um sich herum wild mit Aids anzustecken. Diese starke Richtungsänderung ist beachtlich.

Der Vorwurf, der Papst sei persönlich mitverantwortlich für die Ausbreitung von Aids und sei bereits deshalb „böse“, wird sich in diesem Kontext für sein Verhalten in der Zukunft nicht aufrecht erhalten lassen, auch wenn er einiges wieder gut zu machen hat.

Indes kommt dieser Richtungswechsel viel zu spät: Geschuldet ist diese Verspätung einer autoritären Organisationsform der Kirche, in der keinerlei demokratische Einflussnahme auf die höchsten Entscheidungen dieser Firma vorgesehen ist. In dem Kontext bleibt die Mitschuld jedes Katholiken, die durch die Unterstützung dieser Organisation entstanden ist.

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Weil sie böse sind ..

Weil sie böse sind, ist der Feuerbringer gegen Diktatoren.

Weil sie böse sind, wollen sie nichts einsehen.

Weil sie böse sind, dürfen wir sie töten.

Weil sie böse sind, müssen wir sie töten, um gut zu sein.

Weil sie böse sind, müssen wir Krieg gegen sie führen.

Der Feuerbringer ist Humanist, weil er gut ist.

Andere Humanisten meinen, dass Krieg böse ist.

Um Krieg zu verhindern, müsse man nur die töten, die Krieg fordern,

weil sie böse sind.

So einfach kann Humanismus sein.

Bild „Weil sie böse sind ..“ von Armatus Liandri, Vorlage.

Soldatenblut ist eigenes Blut!

Die Auffassung, dass jemand keinen Krieg fordern kann, der sich nicht daran beteiligen will, scheint erstaunlicherweise erörterungsbedürftig zu sein.

Eines vorweg: Ein Wehrdienstverweigerer, der gleichzeitig einen Krieg fordert, führt damit seine eigene Wehrdienstverweigerung ad absurdum und demonstriert, dass diese lediglich auf einem Betrug beruht hat, um sich selbst der Verpflichtung zu entziehen, notfalls auch mit Waffengewalt die Freiheit der Mitbürger zu verteidigen. Wer ehrlich ist und soetwas bei seiner Wehrdienstverweigerung anführt, kann den Wehrdienst nicht verweigern – d. h. die Verweigerung geht nicht durch.

Verwundetenbergung im zweiten Weltkrieg, Lizenz siehe Fuß

Die mangelnde Bereitschaft, sich an einem Krieg persönlich zu beteiligen – sich vielleicht sogar grundsätzlich an Kriegen nicht zu beteiligen – andererseits aber Krieg zu fordern, demonstriert die Verlogenheit der eigenen Ethik: Natürlich kann ich eine tolle Ethik vertreten und sagen, dass man mindestens 50% seines Gehalts an Hilfen für die Dritte Welt spenden sollte, um Hunger- und Krankheitstote zu vermeiden und somit Menschenleben zu retten. Wenn ich aber selbst keinen Cent spende, dann zeigt das nur, dass man diese Ethik zwar predigt, diese aber gar nicht selbst vertritt. Wer in Wahrheit gar nicht bereit ist, die Konsequenzen der eigenen Ethik zu tragen, ist ein Heuchler. Bei Kriegsforderungen ist das nicht anders.

Umgekehrt ist das nicht der Fall: Natürlich kann ein Soldat für Frieden sein, weil damit grundsätzlich niemandem ein Unrecht geschieht. Nun würde der Feuerbringer einwenden, dass der Soldat in dem Fall auch bereit sein sollte, Folter und Mord als Opfer der jeweiligen Diktatur zu ertragen – gegen die man vorgehen müsste – wenn er es damit ehrlich meint. So herum kann man den Fall allerdings nicht drehen, denn in den westlichen Demokratien ist man davon nicht betroffen. Die Logik des Feuerbringers setzt dabei auf humanistischer Grundlage alle Menschen gleich und unterscheidet dabei anscheinend nicht zwischen sich selbst und anderen Menschen in Timbuktu. Genau hier setzt das Argument an: In Wirklichkeit würde er sehr wohl unterscheiden, wenn er selbst sein Leben aufs Spiel setzen müsste für irgendwelche Menschen, die tatsächlich in der Mehrheit weder seine Werte teilen, noch die Plutokratie US-amerikanischer Prägung herbeisehnen, noch sonst in einem kulturellen oder persönlichen Verhältnis zu ihm stehen. In dem Fall würde man sagen, dass einem das eigene Hemd näher ist.

Und genau so wie sich eine verantwortungsvolle Regierung gegenüber ihren Soldaten verhalten sollte, sollten wir uns auch in der Argumentation verhalten: Eine solche Betrachtung kann nur zu einem zielgerichteten Ergebnis führen, wenn wir dabei argumentieren, als würden wir unser eigenes Blut vergießen, unsern eigenen Gebeine opfern. Und tatsächlich müssen wir dabei noch weiter gehen, denn ein humanistischer Idealist, der vielleicht aus persönlicher Überzeugung an einem solchen Krieg teilnehmen wird, müsste anderen Mitbürgern durchaus eingestehen, nicht an einem solchen Krieg beteiligt werden zu wollen, weil ein solcher Krieg nicht die eigenen persönlichen Interessen betrifft.

Wenn wir also eine solche Diktatur wie etwa Libyen angreifen, besiegen und beenden könnten, so besteht für uns Menschen in der westlichen Welt kein gesteigertes persönliches Interesse, diese Diktatur zu beenden, so lange sie keine Lockerby-Attentäter schickt. Der persönliche Idealismus einzelner Humanisten aber, dass eine Diktatur nun mal so nicht gehört, darf nicht dazu führen, dass diese „Humanisten“ mir nichts Dir nichts das Leben ihrer Mitmenschen aufs Spiel setzten.

Bildlizenz: Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Kurztitel: Russland, Bergung eines Verwundeten Archivischer Titel: Sowjetunion, vor Moskau, Bergung eines Verwundeten, im Hintergrund brennende Häuser in einer Ortschaft, PK 612, Film 2783, November 1941, Quelle: Wikipedia, Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 146-2008-0317

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